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30.08. - 13.09.2007 Teneriffa

2007 waren wir auf Teneriffa, die Größte der Kanarischen Inseln. Wir entschieden uns für eine Finca im Norden der Insel, in Icod de los Vinos (ca. 25 km westlich von Puerto de la Cruz). Der Norden ist grüner und nicht ganz so touristisch wie der Süden der Insel mit seinen Orten Playa de las Américas oder Los Cristianos. In Icod steht auch der angeblich älteste Drachenbaum der Welt – der Drago Milenario (1000 Jahre alt).
Unsere Finca lag recht hoch am Berg mit einem traumhaften Blick auf das Meer und im Hintergrund der Teide. Im Sommer 2007 hatte es auf Teneriffa heftige Waldbrände gegeben. Selbst von unserer Finca aus konnten wir die verbrannten Kiefern und Waldstücke sehen, keinen Kilometer entfernt. Das war schon ein etwas komisches Gefühl.

Im Ort selbst gibt es Supermärkte, kleine Geschäfts, einige Restaurants (sehr gute Fischrestaurants an der Playa de San Marcos), Internetcafé und was man sonst so benötigt. Ein Mietwagen ist unbedingt erforderlich.

Zwei Highlights sollte jeder Teneriffa-Besucher gesehen und erlebt haben: den Pico del Teide und den Loro Parque in Puerto de la Cruz.

Teneriffa hat uns sehr gut gefallen. Sie ist eine sehr vielfältige und abwechslungsreiche Insel, so dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden.



Flagge von Teneriffa

Puerto de la Cruz ist die Urlaubsmetropole im Norden der Insel. Eine der Hauptattraktionen ist das 1977 nach einem Entwurf von César Manrique fertig gestellte Badezentrum samt Strandpromenade. Ebenfalls sehr sehenswert ist der Jardin Botánico. Hier gedeihen südamerikanische und typische kanarischen Pflanzen sowie zahlreine endemische Pflanzen, d. h. Pflanzen, die nur auf Teneriffa vorkommen und sonst an keinem anderen Ort der Erde. Zu sehen sind mächtige, hohe Bäume sowie Farne und kleine Blütenpflanzen.

Der Loro Parque ist ein MUSS für jeden Teneriffa-Besucher! Der Park war ursprünglich ein Papageienpark mit einer dazugehörigen Aufzuchtstation. Aber mittlerweile kann man auch andere Tiere beobachten. Sehr interessant ist das relativ neue Pinguinarium und natürlich die Wassershows der Orcas und Delphine. Sehr zu empfehlen ist die Discovery Tour - eine Führung hinter die Kulissen, zu denen man sonst keinen Zutritt hat. Man erhält viele Informationen über den Zoo und die einzelnen Tiere, z. B. Fütterung, Pflege und Zucht.

Einer der schönsten und typischsten Orte auf den Kanarischen Inseln ist La Orotava. Das Städtchen ist berühmt für seine kunstvollen Holzbalkone und für den grandiosen Ausblick über das fruchtbare Orotava-Tal.

In der Calle San Francisco steht La Casa de los Balcones (Haus der Balkone, Nr. 3). Das Haus wurde 1632 erbaut und beinhaltet heute ein kleines historisches Museum über die Sitten und Bräuche von La Orotava. Es verfügt über einen Hof mit Säulen, welcher mit einer Holz-Galerie umrandet ist.
Einen Besuch der dreischiffigen Kirche Nuestra Señora de la Concepcion sollte man ebenfalls einplanen. Außerdem ist die Hijuela del Botanico, eine kleine Außenstelle des Botanischen Gartens von Puerto de la Cruz, sehr sehenswert. Man kann liebevoll angelegte Blumenrabatte bewundern und viele subtropische Pflanzen.

Der Pico del Teide ist 3718 m hoch und Spaniens höchster Berg. Der letzte Vulkanausbruch fand 1798 statt. Auf die Besteigung hatten wir bewusst verzichtet, wir bevorzugten da eher die bequeme Variante mit der Seilbahn. Oben angekommen, bot sich uns ein grandioser Blick über den Kraterkessel und die Landschaft! Man spürte allerdings auch sofort, dass die Luft dort oben dünner war und das Wandern fiel uns merklich schwerer. Man sollte unbedingt eine Jacke, lange Hosen und feste Schuhe mitnehmen, da sich die Temperatur in dieser Höhe rasch abkühlt und ein frischer Wind weht.

Durch den Teide Nationalpark führt ein Netz von angelegten Wanderwegen mit verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden. Ein Abweichen von diesen Wegen ist nicht gestattet und die Wildhüter achten sehr genau darauf, dass man die Anweisungen befolgt. Die Rundwanderungen bieten nicht nur atemberaubende Ausblicke, sondern auch sehr interessante Sehenswürdigkeiten.

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, die Masca-Schlucht zu durchwandern. Aber aufgrund der verheerenden Waldbrände war diese leider geschlossen. Das hübsche Bergdorf Masca wurde teilweise von den Bränden zerstört.
Überhaupt gibt es im Teno-Gebirge (Nordwesten der Insel) einige Wanderwege, die man aufgrund der Brände leider zu unserer Zeit nicht begehen konnte.

Eine spektakuläre Alternative zur Masca-Schlucht bietet hier der Barranco del Infierno (Höllenschlucht), welche man von Adeje leicht erreicht. Hier findet man auch den einzigen Wasserfall auf der Insel. Man muss allerdings wissen, dass pro Tag nur max. 220 Personen die Schlucht besuchen dürfen. Da wir außerhalb der Saison unterwegs waren, war eine vorherige Anmeldung nicht notwendig, aber in der Hochsaison ist eine Anmeldung ratsam. Außerdem ist nur von 8:30 – 14:30 Uhr Einlass und spätestens um 17:30 Uhr muss man zurück sein, der Eintritt beträgt 3,00 EUR/Person, gutes Schuhwerk sind Voraussetzung.
Hinweis: Der Barranco wurde 2009 nach einem Steinschlag-Unfall mit tödlichem Ausgang gesperrt und ist bisher nicht wieder freigegeben

Im Nordosten der Insel im Anaga-Gebirge sollte man unbedingt den Bosque de la Mercedes (Mercedeswald) erwandern. Der Lorbeerwald ist ein immergrüner, feuchter Wald und bietet ein ganz besonderes Wandererlebnis. Die „verwunschenen“ Wanderwege führen durch grüne Tunnel und Farne, Flechten und Moose überwuchern den Waldboden.

Als letzten Wandertipp möchten wir Euch den Esperanza-Wald, auch Märchenwald genannt, empfehlen. Auf einer Höhe von gut 800 m durchzieht der Wald einen Berggrat mit Eukalyptusbäumen und Kanarischen Kiefern. Aussichtspunkte mit einer fantastischen Sicht über den Norden und Süden der Insel bis hin nach Gran Canaria sind immer wieder ein Erlebnis

Teneriffa
von Eyke Berghahn, Petrima Thomas und Hans-R. Grundmann
Reise Know-How Verlag, Bielefeld, 620 Seiten, Auflage 2006
Umfassendes Reisehandbuch mit vielen Beschreibungen, Tipps und Farbfotos

Teneriffa – Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen
von Klaus und Annette Wolfsperger
Bergverlag Rother, München, 190 Seiten, Auflage 2007
Insgesamt 60 Touren, zuverlässige Tourenbeschreibungen, detaillierte Wanderkarten mit Höhenprofilen

Teneriffa
Karl Baedeker GmbH, Ostfildern, 264 Seiten, Auflage 2007
Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in übersichtlicher Gliederung, fundierte Hintergrundinformationen, ausgewählte Routenvorschläge zu den schönsten Zielen der Insel, Karten und Pläne zur Orientierung, eine große Inselkarte, Farbfotos