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2019 Schottland und England


Ein bisschen verrückt muss man schon sein, wenn man eigentlich nur für die Papageientaucher nach Schottland fährt. Aber dann sind wir eben mal ein bisschen verrückt …

Die Papageientaucher (Puffins) kommen jedes Jahr für gut 3 Monate an Land (Mai bis Ende Juli/Anfang August), um ihre Nester zu bauen, zu brüten und ihre Jungen großzuziehen. Die übrige Zeit des Jahres verbringen die putzigen Vögel auf dem Meer. Wir finden die Puffins einfach nur goldig! Der bunte Schnabel, der watschelnde Gang und dann diese Blicke … Irgendwie eine Mischung auf lustigem Clown und traurigem Pinguin.

Wir wollten diese possierlichen Vögel schon lange einmal live beobachten und fotografieren. Zwar waren wir auch im August 2018 in Schottland, aber da waren wir zu spät. Deshalb müssen wir das unbedingt in diesem Jahr nachholen.

Um sicher zu sein, dass wir die Puffins auf keinen Fall verpassen, haben wir gleich zwei Bootstouren gebucht. Einmal werden wir von Seahouses zu den Farne Islands fahren und zwei Tage später von North Berwick zur Isle of May. Auf beiden Inseln befinden sich Papageientaucher-Kolonien. Wir sind gespannt!

Wohin wird es uns noch verschlagen? Nun, ein lohnendes Ziel sind sicherlich die blühenden Lavendelfelder im Süden Englands, der Lake District oder auch die Cotswolds – eine Region, die auch als das „Herz Englands“ bezeichnet wird.

Aber wir werden die Tage mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Wir checken unsere Wetter-App, suchen die Sonne und lassen uns treiben. Getreu unserem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Unsere Reiseroute


Eines schon mal vorweg: Unsere ursprünglich geplante Route mussten wir ein wenig ändern. Oben seht ihr jetzt unsere finale Route. Aber dazu mehr im Text.

Tag 1 – Samstag, den 08.06.2019

Wir machen uns und Scotty startklar und begeben uns gegen 11:30 Uhr zunächst auf die Autobahn in Richtung Aachen. Es ist erstaunlich wenig Verkehr, kein Stau und wir erreichen kurz nach 16:00 Uhr Dünkirchen. Zeit für eine Kaffeepause.

Wir finden ein nettes Plätzchen auf einer Landzunge nahe dem Industriegebiet (GPS: 51°02'28.4"N 2°15'16.9"E) und machen es uns gemütlich. Die Sonne scheint, aber es ist sehr stürmisch.

Gegen 20:15 Uhr fahren wir die kurze Strecke zum DFDS Fährterminal und checken ein. Wir haben zuerst überlegt, auf der Landzunge zu übernachten. Aber da unsere Fähre morgen um 6:00 Uhr ablegt und wir nicht wissen, wie groß der Andrang ein wird, möchten wir keinen Stress und nächtigen auf dem Hafengelände. Wir stehen in Reihe 27 auf der Poolposition und haben eine ruhige Nacht.

Landzunge in Dünkirchen
Landzunge in Dünkirchen
Hafen von Dünkirchen
Hafen von Dünkirchen

Tag 2 – Sonntag, den 09.06.2019

Bereits um 4:30 Uhr geht der Wecker und das Boarding beginnt um 5:15 Uhr. Etwas verspätet um 6:30 Uhr legt die Fähre ab. Die Überfahrt ist ruhig und wir erreichen Dover um 7:45 Uhr – britische Zeit wohlgemerkt.


Walter übernimmt die erste Etappe und gewöhnt sich schnell wieder an den Linksverkehr. Wir nehmen die A2 über Canterbury und Dartford Crossing. Hier müssen wir durch einen kostenpflichtigen Tunnel, die Gebühr von 2,50 £ haben wir bereits im Vorfeld online bezahlt. Hinweis: Man muss bis spätestens Mitternacht am gleichen Tag bezahlen, ansonsten gibt’s eine deftige Strafe.

In Saffron Walden finden wir einen Tesco Supermarket und decken uns noch ein wenig für die nächsten Tage ein. Dann wird erst einmal gefrühstückt.

Weiter geht’s zum Sherwood Forest und auf den Spuren von Robin Hood. In Edwinstone gibt es ein Visitor Centre mit Café und Souvenirladen. Von hier aus kann man auf verschiedenen Pfaden den Sherwood Forest erkunden. Hauptattraktion ist natürlich „The Major Oak“. Der Legende nach soll diese große, alte Eiche das Zentrum von Robin Hoods Lager gewesen sein. Der Wald mit den vielen jahrhundertealten Eichen ist wunderschön und in jedem Fall einen Stopp wert. Heute ist allerdings ganz besonders viel los im Sherwood Forest, weil eine mittelalterliche Veranstaltung stattfindet.

The Major Oak
The Major Oak


Wir fahren weiter bis York, wo wir gegen 18:00 Uhr ankommen.
Über Park4Night haben wir einen sehr netten Stellplatz auf einer kleinen Farm gefunden und wir können diesen uneingeschränkt empfehlen.

Übernachtung:
Black House Farm, Heslington Lane, ca. 2-3 km bis York, Preis: 8 £ / Nacht (Park4Night)
sehr ruhig, Parken auf einer Wiese, Ver- und Entsorgung möglich
GPS-Koordinaten: 53°56'20.7"N 1°03'30.4"W

Tag 3– Montag, den 10.06.2019

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir nach York. Die Parkplatzsuche mit Scotty gestaltet sich ein wenig schwierig, aber letztendlich finden wir einen großen Auto-/Busparkplatz.

Zuerst besichtigen wir den Clifford‘s Tower (Eintritt: 5,70 £ / Person). Nichts Besonderes, aber man hat von oben einen sehr schönen Blick über die Stadt.


Anschließend erkunden wir die wirklich sehenswerte Stadt. Insbesondere die sogenannten Snickelways (mittelalterliche enge Gässchen) sind mega interessant, sehr alt und wunderschön. The Shambles ist wahrscheinlich allen Harry Potter-Fans bekannt, die Gasse diente als Vorlage für die berühmte Winkelgasse. Es gibt einige urige Läden, die jede Menge Harry Potter-Utensilien anbieten. Angefangen bei Besen über Butterbeer, Beans (schmecken wirklich zum Teil ekelig) und Chocolate Frogs bis hin zu Umhängen und Zauberstäben. Wir schlendern vorbei an wunderschönen und ausgefallenen Läden die Leckereien wie Fudge, Chocolate, Pastisse, Tee und vieles mehr anbieten. Man muss aufpassen, dass man nicht in einen Kaufrausch verfällt.

Das York Minster ist sehr beeindruckend, aber eine Besichtigung sparen wir uns bei dem schönen Wetter. Zum Abschluss unseres Rundgangs stärken wir uns bei super leckeren Fish & Chips.


Am Parkplatz zurück erwartet uns eine weniger erfreuliche Nachricht. Wir haben doch tatsächlich eine Knolle über 50 £ an unserer Schreibe! Angeblich stehen wir auf einem Parkplatz, der nur für PKW erlaubt ist. Wir hatten zu Anfang alles geprüft und keine Verbotsschilder für Scotty gefunden. Auch jetzt, nach nochmaligem Check können wir nicht erkennen, dass wir etwas falsch gemacht haben. Zumal weitere Handwerker-/Kastenwagen hier parken. Aber wir haben 2013 schon einmal die Erfahrung mit einer Knolle machen dürfen und wissen, dass wir keine Chance haben und besser zähneknirschend zahlen sollten. Wenn wir innerhalb von 14 Tagen zahlen, erhalten wir immerhin 50 % Rabatt.

Wir lassen uns aber deshalb den Tag nicht verderben und fahren nun auf dem schnellsten Weg nach Seahouses. Dort möchten wir die Boottickets zu den Farne Islands, welche wir für den nächsten Tag lange im Vorfeld online gebucht haben, am Hafen abholen. Hier sagt man uns allerdings, dass man die Tickets erst morgen früh bekommt. Immerhin könnte das Wetter uns ja noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Wir suchen uns einen Campingplatz in der Nähe von Seahouses, duschen und manchen es uns dann gemütlich. Es ist ziemlich stürmisch und regnet. Und dann kommt, was wir schon fast befürchtet haben: Uns erreicht eine Email, dass die Bootstour morgen aufgrund des schlechten Wetters abgesagt ist. Das ist wirklich schade und unsere gute Laune fällt kurzzeitig in ein leichtes Tief. Na, wir haben ja noch eine 2. Chance!

Übernachtung:
Breadnell Bay Camping and Caravanning Club Site
ca. 2 km vor Seahouses, 29,99 £ / Nacht inkl. Dusche, Ver-/Entsorgung (für Mitglieder des Camping and Caravanning Clubs günstiger)
an der Hauptstraße gelegen, aber nachts ruhig, sehr gepflegt, sehr saubere Sanitäranlagen
GPS-Koordinaten: 55°33'40.7"N 1°38'09.7"W

Tag 4 – Dienstag, den 11.06.2019

In der Nacht hat es heftig regnet und gestürmt und auch jetzt stürmt es noch ganz ordentlich. Wir können verstehen, dass die Boote bei diesem Wetter nicht rausfahren können.

Nach dem Frühstück fahren wir zum Alnwick Castle. Im letzten Jahr haben wir nur den wirklich schönen Garten besichtigt und deshalb holen wir die Schlossbesichtigung heute nach. Das Schloss ist eine der bekanntesten Anlagen Großbritanniens und viele kennen sicherlich die Kulisse aus „Robin Hood“ oder „Downtown Abbey“. Auch Filmszenen für Harry Potter wurden hier gedreht (Hogwarts). Die ganz extremen Fans von Harry Porter buchen hier ein „Broomstick Training“ (Flugstunden auf einem Besen). Wir konnten einige „Flugschüler“ beobachten und fanden es einfach nur schräg.
Übrigens lebt die Familie des 4. Duke von Northumberland noch heute in Teilen von Alnwick Castle.

Alnwick Castle
Alnwick Castle
Broomstick Lessons
Broomstick Lessons


Wir fahren an der Küste entlang bis Lindisfarne, auch Holy Island genannt. Lindisfarne ist eine Gezeiteninsel und ist mit der Küste durch eine Straße verbunden, die allerdings nur bei Niedrigwasser befahren werden kann. Heute ist ziemlich was los. Wir wollen gar nicht wissen, wie überfüllt die Insel in der Hochsaison wohl ist. Wir drehen eine Runde und werfen einen Blick auf die Ruinen des Kloster Lindisfarne. Das Lindisfarne Castle, welches auf einem kleinen Hügel thront, betrachten wir nur von Weitem. Wir blicken auf lange Besucherströme, die es dorthin zieht und sparen uns die Besichtigung.

Klosterruine
Klosterruine
Lindisfarne Castle
Lindisfarne Castle


Der Himmel zieht sich wieder zu und es beginnt leicht zu nieseln.
Über Park4Night finden wir ein ruhiges und fast einsames Plätzchen für die Nacht.

Übernachtung:
Kleine Parkbucht an der kaum befahrenen Landstraße Dolaw Road gelegen, Sackgasse, sehr schöne Aussicht
GPS-Koordinaten: 55°55'03.2"N 2°15'52.0"W

Tag 5 – Mittwoch, den 12.06.2019

Heute ist ein ganz besonderer Tag: Happy Birthday, Walter! Auch wenn das Wetter alles andere als Sonnenschein verspricht, werden wir uns die gute Laune nicht verderben lassen und zur Feier des Tages wird es auch einen Geburtstagskuchen geben.

Aber erst einmal fahren wir nach North Berwick. Es regnet immer noch. Wir suchen zunächst den netten Stellplatz auf, den wir (eigentlich) auch für die Nacht ins Auge gefasst haben. Direkt am Meer in einer Sackgasse und es gibt noch ausreichend Plätze.

Dann fahren wir zum Hafen zum Scottish Seabird Centre, über die wir für den nächsten Tag eine Bootstour zur Isle of May gebucht haben. Wir würden gerne die Tickets schon abholen, aber auch hier werden wir enttäuscht. Aufgrund der schlechten Wetterprognose werden am kommenden Tag keine Bootstouren zur Isle of May stattfinden. Eine Verschiebung zu einem späteren Zeitpunkt ist auch nicht möglich, weil bis Mitte Juli bereits alle Touren ausgebucht sind. Unsere Enttäuschung ist natürlich riesengroß!

Wir bekommen den Tipp, dass wir es doch bei Anstruther Pleasure Cruises in Anstruther versuchen sollen. Die hätten meist noch Kapazitäten frei und Boote, die auch bei weniger gutem Wetter zur Isle of May fahren.

Nun gut. Wir fahren zurück zum Stellplatz am Meer und überlegen uns Plan B. Dafür ckecken wir zunächst Homepage von Anstruther Pleasure Cruises. Yeah, es gibt noch Tickets für die Tour am 18.06. und wir schlagen sofort zu. Immerhin soll das Wetter besser werden und wir geben die Hoffnung nicht auf.

Anschließend werfen wir einen Blick auf die Wetter-App und sehen, dass für die Westküste Schottlands wesentlich besseres Wetter gemeldet ist. Nun gut, wir sind ja flexibel und werfen unseren ursprünglichen Plan ein wenig um. Das bedeutet aber auch, dass wir heute noch etliche Meilen vor uns haben.

Zunächst fahren wir an Edinburgh vorbei, dann folgen Glasgow bis zum Loch Lomond. In Luss legen wir eine Pause ein. Die Sonne scheint und wir genießen mit Kaffee und Keksen den Blick auf Loch Lomond.

Luss
Luss


Dann geht es weiter bis Inveraray. Für einen kurzen Fotostopp halten wir an der Butter Bridge und dann geht es weiter bis zum Argyll Caravan Park, ca. 2 Meilen südlich von Inveraray.
Das Castle wollen wir uns morgen anschauen.

Butter Bridge


Wir fahren zum Campingplatz und richten uns ein. Es ist kaum was los, das Wetter hält und wir haben einen tollen Blick auf Loch Fyne, dem größte Meeresarm Schottlands.
Während Birgit den versprochenen Schokoladenkuchen backt, ist Walter damit beschäftigt, die vielen Geburtstagswünsche entgegenzunehmen und zu beantworten (Anrufe, WhatsApp, Facebook).

Wir essen lecker und als Nachtisch gibt es den Schokokuchen.
Leider regnet es jetzt leicht. Auf die Wetter-App ist wohl auch kein Verlass mehr.

Stellplatz in North Berwick:
am Ende der Tantallon Terrace/ Beginn Haugh Road, kleiner Parkplatz für 6-7 Fahrzeuge, direkt am Meer
GPS-Koordinaten: 56°03'26.6"N 2°41'54.5"W

Übernachtung:
Argyll Caravan Park
sehr gute Lage mit Blick auf den Loch Fyne, tolle und saubere Sanitäranlagen, Preis: 27 £ / Nacht inkl. Dusche und Ver-/Entsorgung
GPS-Koordinaten: 56°12'09.7"N 5°06'25.3"W

Happy Birthday!
Happy Birthday!

Tag 6 – Donnerstag, den 13.06.2019

Nach einem gemütlichen Frühstück und der anschließenden Ver-/Entsorgung sind wir wieder abfahrtbereit.

Zunächst besichtigen wir Inveraray Castle, den Sitz des Duke of Argyll, Oberhaupt des Campbell Clans. Das Castle ist sehr beindruckend, irgendwie eine Mischung aus Märchenschloss und mittelalterlicher Burg. Es gibt jede Menge Prunk und die Räume sind üppig ausgestattet mit wertvollem Mobiliar, Wandteppichen, Silber und Porzellan. Ein Spaziergang durch den wunderschön angelegten Garten lohnt sich ebenfalls. Das Castle ist definitiv ein Besuch wert!

Inveraray Castle
Inveraray Castle


Über die A83 und B842 fahren wir durch die wunderschöne Landschaft von Kintyre bis hinunter nach Campbeltown. Hier ist die Springbank Distillery ansässig. Wir kennen zwar schon einige Destillerien, aber Springbank ist etwas Besonderes und diese möchten wir uns in jedem Fall ansehen. Heute sind allerdings schon alle Führungen ausgebucht und wir verschieben die Tour auf morgen früh. Aber da wir schon mal in Campbeltown sind, statten wir dem Cadenhead Whisky Shop noch einen Besuch ab und eine weitere Flasche Single Malt Whisky (Hazelburn) wandert in unser Urlaubsgepäck.


Dann fahren wir noch die restlichen Meilen bis Mull of Kintyre - den südwestlichsten Punkt der schottischen Halbinsel Kintyre. Bei gutem Wetter erkennt man in der Ferne Nordirland. Wir müssen da sofort an den wunderschönen Song von Paul McCartney bzw. Wings denken. Während Walter seine Füße hochlegt, begibt sich Birgit in Richtung Lighthouse. Es geht steil einige Serpentinen hinunter. Rechter Hand gelangt man zu einem Denkmal. Hier stürzte im Juni 1994 ein Hubschrauber der Royal Air Force (RAF) ab. Alle 25 Passagiere und die 4 Besatzungsmitglieder starben. Unter den Passagieren befanden sich fast alle führenden Geheimdienstexperten des Vereinigten Königreiches.


Eigentlich hatten wir gehofft, hier übernachten zu dürfen, aber daraus wird leider nichts - „No overnight parking“. Und so fahren wir zurück in Richtung Campbeltown. Kurz vor dem kleinen Städtchen finden wir dann auch noch einen wunderschönen Übernachtungsplatz mit Blick auf die Isle of Arran.

Übernachtung:
Kleine Parkbucht kurz vor Campbeltown mit Blick auf die Isle of Arran
GPS-Koordinaten: 55°25'01.9"N 5°33'05.5"W

Tag 7– Freitag, den 14.06.2019

Wir haben wirklich einen herrlichen Spot erwischt. Die Aussicht ist wunderschön und während unseres Frühstücks können wir einige Basstölpel beim Fischen zuschauen. Es ist schon interessant, wie sich diese eleganten Vögel ins Wasser stürzen.


Wir fahren nach Campbeltown, wo wir um 10:00 Uhr eine Führung durch die Springbank Distillery gebucht haben. Es war eine der interessantesten und besten Führungen, die wir je hatten – quasi eine Privatführung, nur wir beide und Michael, unser Guide. Die Destillerie befindet sich seit fünf Generationen in Familienbesitz und Michael zeigt uns ausführlich alle Produktionsschritte; er ist mit Leib und Seele dabei und man merkt, dass er seinen Job liebt.

Springbank ist etwas Besonderes. Sie ist die einzige Destillerie (oder zumindest einer der wenigen), die noch den kompletten Prozess vom Mälzen bis hin zur Abfüllung des Whiskys in vielen manuellen Schritten selbst durchführt. In der Produktion gibt es keinen Computer und alles wird noch handschriftlich festgehalten. Neben dem Springbank-Whisky vertreibt die Destillerie auch die beiden Marken Hazelburn und Longrow.

Der Preis der Führung enthält jeweils ein kleines Whiskyglas, eine Miniaturflasche mit Springbank Whisky und natürlich ein Tasting. Viele Distillerien bieten heutzutage an, den Whisky in kleine Töpfchen oder Fläschchen abzufüllen, die man mitnehmen kann. So hat auch derjenige etwas davon, der noch fahren muss. Eine gute Idee!


Einen weiteren Stopp legen wir bei den Kilberry Sculptured Stones ein (GPS-Koordinaten 55°49'02.1"N 5°39'23.3"W). Die Kreuzplatten und Grabsteine befinden sich auf einem Burggelände und es wurde extra ein Unterstand gebaut, wo eine Gruppe behauener Steine ausgestellt ist.


Nach Tanken und einem kurzen Stopp am Supermarkt fahren wir erneut durch die wunderbare Landschaft von Kintyre, dieses Mal die Westseite hinauf in Richtung Norden (ebenfalls A83).
Für die Kaffeepause suchen wir uns eine kleine Parkbucht mit Blick auf die Isle of Jura.


Übernachtung:
Am Loch Awe, an der B840 auf einem kleinen Parkplatz, inmitten eines kleinen Wäldchens, total ruhig und mit Blick auf Loch Awe
GPS-Koordinaten: 56°12'12.1"N 5°19'58.8"W

Tag 8 - Samstag, den 15.06.2019

So schön es im Wäldchen ist, aber diese Nacht haben wir nicht so gut geschlafen. Es hat heftig geregnet und unter den Bäumen war es entsprechend laut. Da muss erst einmal ein starker Kaffee her.

Wir fahren weiter am Loch Awe entlang und trotz des etwas trüben Wetters können wir eine sehr schöne Landschaft bewundern. Unseren ersten Stopp haben wir bei der St. Conan‘s Kirk bei Lochawe. Die Besichtigung der kleinen Kirche ist sehr interessant, da sie ein Mix aus verschiedenen Epochen darstellt. Dennoch wirkt alles sehr harmonisch.


Nur ein Katzensprung entfernt auf einer Landzunge liegt die Ruine von Kilchurn Castle. Wir parken und laufen das kurze Stück bis zur Burg. Leider beginnt es immer heftiger zu regnen, so dass wir uns nicht allzu lange aufhalten.


Wir setzen unsere Fahrt zügig durch Glen Lochy und Glen Dochart fort, bis wir Killin erreichen. Der kleine Ort ist bekannt durch die Falls of Dochart – die Hauptattraktion des Ortes. Die Bridge of Dochart bietet einen guten Blick auf die Stromschnellen. Man kann es sich auch auf den vielen kleinen und großen Felsen gemütlich machen und die Umgebung auf sich wirken lassen. Wir können jetzt eine Stärkung gebrauchen und vertilgen in „The Courie Inn“, eine kleine Bar/Café, sehr leckere Fish & Chips.


Anschließend geht es vorbei am Loch Tay. Über Park4Night finden wir am Loch Tummel eine kleine Farm Campsite, wo wir zwei Nächte stehen wollen.

Übernachtung:
Ardgualich Farm
sehr schöne Lage direkt am Loch Tummel, Stellplätze auf der Wiese, sehr einfache Sanitäreinrichtungen in einem Container, Ver- und Entsorgung möglich, Preis: 17 £ / Nacht ohne Strom, 20 £ / Nacht mit Strom, Dusche 50 Pence. Es ist möglich, Frischwasser zu tanken. Dazu sollte man allerdings wissen, dass das Wasser von den Bergen kommt und durch den Torf leicht bräunlich ist. Prinzipiell sicher nicht dramatisch. Aber wir haben es vorgezogen, unseren Frischwassertank nicht zu füllen.
GPS-Koordinaten: 56°42'59.4"N 3°52'31.0"W

Tag 9 – Sonntag, den 16.06.2019

Nach dem Frühstück fahren wir erst einmal zu Queen’s View (GPS: 56°43'00.3"N 3°51'25.5"W). Dieser Aussichtspunkt ist etwa eine Meile von der Campsite entfernt und Queen Victoria war angeblich die Namensgeberin. Von hier aus bietet sich ein wahrlich majestätischer Blick auf Loch Tummel und die Berge des Glen Coe. Es gibt ein Café/Restaurant, weiterhin ein Visitor Center und natürlich den obligatorischen Andenken-Shop.


Durch die schöne Landschaft fahren wir weiter bis Blair Castle, eines der bekanntesten Schlösser Schottlands. Die Besichtigung der 32 teils prunkvoll eingerichteten Räume sowie ein Besuch des Hercules Garden und Diana’s Grove lohnt sich. Letzteres ist ein kleines Wäldchen mit einigen der höchsten Bäume Großbritanniens. Eine Tanne mit 63 m Höhe soll die höchste ihrer Art in Großbritannien sein.

Die Besonderheit des Castles ist, dass der Duke of Atholl, eine Privatarmee befehligen darf – die Atholl Highlanders. Übrigens die einzige Privatarmee Europas. Der derzeitige Duke of Atholl, John Murray, lebt allerdings nicht auf dem Schloss, sondern in Südafrika. Er kommt nur zu den jährlichen Highland Games auf seinen Stammsitz.


Wir essen noch im Restaurant, bevor wir zum Campingplatz zurückfahren und es uns gemütlich machen.

Übernachtung:

Ardgualich Farm am Loch Tummel

Tag 10 – Montag, den 17.06.2019

Nach dem Frühstück brechen wir unsere Zelte ab und statten der Edradour Distillery in Pitlochy einen Besuch ab. Angeblich die kleineste Destillerie Schottlands, aber auf jeden Fall einzigartig, weil noch mit Handarbeit Whisky produziert wird. Wir nehmen zwar nicht an einer Führung teil, aber eine Flasche Whisky und Fudge finden den Weg zu Scotty.


Wir fahren über Perth und Dundee nach St. Andrews. Berühmt ist der Ort vor allem durch seine zahlreichen Golfplätze – insbesondere den weltberühmten Old Course. Aber auch die Universität von St. Andrews ist sehenswert und vor allem geschichtsträchtig. Haben sich doch hier Prinz William und Herzogin Kate kennengelernt.

St. Andrews University
St. Andrews University


Die Überreste der St. Andrews Cathedral sind beeindruckend. Man erkennt, dass sie einst die größte und prächtigste Kathedrale Schottland war. Und dann gibt es noch die Burg von St. Andrews. Sie liegt auf einer Landzunge und es existieren ebenfalls nur noch Überreste.

St. Andrews Castle
St. Andrews Castle
St. Andrews Cathedrale
St. Andrews Cathedrale


Auf der Weiterfahrt nach Anstruther kommen wir an einer relativ neuen Destillerie vorbei. Die Kingsbarnes Distillery gibt es erst seit Ende Dezember 2014. Neben Whisky produziert sie auch den Darnley Gin. Das ist Neuland für uns und wird – zumindest von Birgit – ausgiebig getestet. Wir hätten nicht gedacht, dass Gin so unterschiedlich und vor allem so gut schmecken kann. Kurzum, unser Barbestand in Scotty wird um eine Flasche Gin erweitert.

Weiter geht es bis Anstruther, wo wir uns auf einer Campsite eingebucht haben. Bis in den Ort sind es ca. 20 Minuten Fußweg und wir haben am Abend in „The Bank“ super lecker zu moderaten Preisen gegessen (Vorspeise, Fisch und Getränke für umgerechnet gut 40 Euro).

Übernachtung:
Silverdyke Caravan Park
Etwas außerhalb von Anstruther, sehr schöne Lage direkt am Meer und mit Blick auf die Isle of May, Stellplätze für WoMo geschottert, sehr saubere und schöne Sanitäreinrichtung, Preis: 27 £ / Nacht inkl. Strom und Frischwasser (am Stellplatz), Ver- und Entsorgung kostenlos, am Abend gibt es zwei Foodstände mit typischem Fastfood, nach Anstruther ca. 20 Minuten zu Fuß
GPS-Koordinaten: 56°13'42.3"N 2°41'12.2"W

Tag 11 – Dienstag, den 18.06.2019

Heute ist unser großer Tag!

Wir frühstücken gemütlich und ergänzen unsere Vorräte in einem Supermarkt. Dann fahren wir zum Hafen und suchen uns einen Parkplatz. Die Bootstour zur Isle of May startet erst um 13:30 Uhr und so haben wir noch ausreichend Zeit, den Hafen und die Umgebung zu genießen. Auch für Fish & Chips reicht die Zeit.

Überpünktlich sind wir beim Boot und nehmen unsere Tickets bei Anstruther Pleasure Cruises in Empfang. Dann reihen wir uns in die lange Schlange ein und warten auf die Abfahrt. Das Boot fasst ca. 100 Personen und ist ausgebucht. Bei traumhaftem Wetter - blauer Himmel, etwas Wind - startet die Tour pünktlich. Die knapp einstündige Fahrt ist eine sehr wackelige Angelegenheit und wir bekommen nasse Füße. Unterwegs können wir einige Delphine und Seehunde beobachten sowie Basstölpel und die ersten Papageientaucher.

Anstruther
Anstruther
Isle of May
Isle of May


Bei der Ankunft werden wir alle erst einmal von Seeschwalben attackiert. Der Weg führt nämlich durch deren Brutgebiet und das mögen die Vögel scheinbar überhaupt nicht. Dank dem Tipp unserer Freunde, die bereits im Mai auf der Insel waren, halten wir uns direkt links. Nach ca. 10 Minuten gelangen wir an eine Steilküste, wo wir in Ruhe die possierlichen Papageientaucher beobachten können. Wir können uns nicht satt sehen und unsere Kameras laufen warm. Die Puffins sind teilweise nur ca. 5 Meter von uns entfernt. Immer wieder müssen sie die gefangenen Fische gegen die angreifenden Möwen verteidigen. Gegen uns hegen sie allerdings keine Scheu und schauen uns oft neugierig an. Wir verbleiben an diese Stelle und können uns nicht satt sehen!


Viel zu schnell vergehen die 2,5 Stunden und wir müssen wieder zum Boot. Wir umrunden die Insel und sehen große Kolonien von brütenden Möwen, Tordalken und Trottellummen.

Eine rundum gelungene Tour!

Anstruther
Anstruther


Wieder in Anstruther angekommen beschließen wir, noch ein gutes Stück gen Süden zu fahren. Wir mussten ja unseren ursprünglichen Plan, den Lake District und die Cotswolds ausgiebig zu besuchen, über den Haufen werfen. Aber wir wollen auf jeden Fall noch einen kurzen Abstecher machen. Und so steuern wir abwechselt Scotty und kommen gut voran – nur durch eine kurze Pause unterbrochen, um uns bei Erdbeeren und Jogurt zu stärken. Wir fahren über Dunfermline, Glasgow, Lockerbie, Gretna Green, Carlisle und Penrith bis Ullswater im Lake District, wo wir gegen 23 Uhr ankommen. Über Park4Night finden wir wieder einmal einen sehr schönen Übernachtungsplatz direkt am See und fallen todmüde ins Bett.

Übernachtung:
Kleiner Parkplatz mit Blick auf Ullswater, dem zweitgrößten See im Lake District
GPS-Koordinaten: 54°34'27.8"N 2°54'51.1"W

Tag 12 – Mittwoch, den 19.06.2019

Nach dem Frühstück fahren wir zunächst weiter durch die wunderschöne Landschaft des Lake District, vorbei an Glenridding, Windermere und Kendal. Dann geht es weiter über Lancaster, Manchester und Birmingham. Hier wundern wir uns, warum viele die Autobahn verlassen und kaum noch Verkehr ist. Etwas später kennen wir den Grund: Die relativ neue Autobahn um Birmingham ist gebührenpflichtig und wir zahlen 11,30 £ als Maut. Nun gut, dafür haben wir Zeit gespart und sind um eine Erfahrung reicher.

Lake District
Lake District


Für Stratford-upon-Avon hatten wir ursprünglich einen Tag eingeplant. Aber weil uns die Zeit fehlt, lassen wir den Ort links liegen und heben uns diesen für unseren nächsten Besuch auf. Shakespeare möge uns verzeihen.

Wir erreichen die Cotswolds, eine Region Englands, die auch als das „Herz Englands“ bezeichnet wird. Es geht durch hügelige, wunderschöne Landschaften und durch malerische Orte. Für die Häuser und Kirchen wurde der für die Region charakteristische gelbliche Kalkstein verwendet, der dieser Region das typische Aussehen verleiht. Viele vermögende Londoner haben hier ihren zweiten Wohnsitz oder setzen sich hier zur Ruhe.

Zunächst fahren wir zur Lavendlfarm Cotswold Lavender bei Snowshill. Die Lavendelfelder stehen leider noch nicht alle in voller Blüte und die Sonne fehlt. Aber trotzdem streifen durch die Felder und versuchen, einige schöne Fotos zu schießen. Im dazugehörigen Laden denken wir uns mit frischem Lavendel für zu Hause sein.


Dann fahren wir weiter bis Broadway, wo wir übernachten wollen.

Wir schauen uns den Ort mit seinen vielen wunderschönen, typischen Häusern an – eines schöner als das andere und natürlich aus dem typischen gelblichen Sandstein. Der Ort gleicht einer Filmkulisse und bei einem Blick auf die Immobilienpreise stellen wir schnell fest, dass die Häuser definitiv nicht in unserer Preisklasse liegen!

Wir kehren im Bistro von „Russel‘s“ ein – es gibt auch ein Restaurant - und lassen den Abend bei sehr leckeren Fishcakes sowie Fish & Chips ausklingen.


Übernachtung:
Parkplatz Long Stay in Broadway über Park4night, großer Parkplatz (zwischen 18:00-08:00 Uhr kostenlos) mit öffentlichen Toiletten (zwischen 20:00-06:00 Uhr geschlossen), sehr ruhig
GPS-Koordinaten: 52°02'15.2"N 1°52'11.9"W

Tag 13 – Donnerstag, den 20.06.2019

Ab 8:00 Uhr ist der Parkplatz kostenpflichtig. Deshalb müssen wir pünktlich raus aus den Federn und den Parkautomaten mit 1 £ „füttern“, bevor wir uns unser Frühstück schmecken lassen. Anschließend geht es weiter auf unserer bereits letzten Etappe. Heute Abend müssen wir Dover erreichen.

Wir fahren gemütlich durch die Cotswolds und machen hier und dort einen Stopp in einigen hübschen Örtchen wie Stanton (typisches Dorf mit vielen Reetdachhäusern), Winchcombe (Wanderhauptstadt der Cotswolds, viele schwarz-weiße Fachwerkhäuser, schmale Gässchen, Sudeley Castle) oder Stow-on-the-Wold (höchst gelegener Ort).


Bourton-on-the-Water wird auch das „Venedig der Cotswolds“ genannt, weil viele kleine Brücken über den Fluss führen. Ebenfalls ein sehr nettes Städtchen, aber auch sehr touristisch und voll. Wir suchen uns ein kleines Café und schauen dem quirligen Treiben zu – natürlich nicht ohne den obligatorischen Cream Tea (Scones mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream sowie einem Kännchen Tee).


Letzte Station ist Bibury – angeblich das wohl typischste Dörfchen und ein Must-See. Das Herzstück Biburys ist die Arlington Row, wo sich einige schiefe, kleine Cottages aneinanderreihen. Jetzt weiß man auch, warum der Ort den Beinamen „Das Dorf der Feen“ trägt. Einzig die Busladungen und Horden von Asiaten, die sich unverschämt immer wieder breit machen, in Fotos drängen und gar in private Vorgärten eindringen, trüben die Stimmung ein wenig. Wir müssen uns sehr zurückhalten, um sie nicht zurecht zu weisen.


Eines steht für uns fest: Sowohl der Lake District als auch die Cotswolds haben uns unheimlich gut gefallen und sind auf unserer „Prio-Liste“ weit nach oben geklettert. Sicherlich werden wir irgendwann einmal hierhin zurückkehren, um Landschaft und Orte besser kennenzulernen.

Über Burford und Oxford fahren wir an London vorbei und erreichen gegen 20:30 Uhr Dover. Dank eines Tipps von einem netten Briten in Broadway verbringen wir die letzte Nacht an einem sehr schönen Übernachtungsplatz in der Nähe des Fährhafens. Wir stehen nicht alleine, aber dafür können wir einen tollem Blick auf den Hafen und das Meer genießen.

Übernachtung:
Öffentliche Parkplätze an der Marine Parade, kostenlos ab 17 Uhr
Viele WoMos, aber toller Platz mit Blick auf den Hafen und das Meer
GPS-Koordinaten: 51°07'26.7"N 1°19'06.0"E

Tag 14 – Freitag, den 21.06.2019

Heute heißt es früh aufstehen. Bereits um 5:00 Uhr herrscht draußen geschäftiges Treiben. Auch wir machen uns fertig, frühstücken und begeben uns zum Fährhafen.

Die Fähre nach Calais legt pünktlich um 7:40 Uhr ab. Mit einem frischen Kaffee bewaffnet machen wir es uns mit unseren eBooks gemütlich und genießen die Überfahrt.

Gegen 10:10 Uhr erreichen wir Calais und das Ausschiffen geht zügig.
Jetzt heißt es, die letzte Etappe anzutreten.

Wir wechseln uns wieder ab, in Brüssel staut es sich etwas, aber ansonsten kommen wir gut durch. Gegen 16:00 Uhr kommen wir ein wenig müde, mit 3.720 km mehr auf dem Tacho, aber glücklich, zufrieden und mit vielen neuen Erlebnissen und wunderbaren Eindrücken zu Hause an.

Tja, dann können wir uns jetzt auf unseren nächsten Urlaub freuen. Getreu unserem Motto: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!
Im Herbst wird es voraussichtlich in die Schweiz gehen.