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Cornwall - September 2013


In diesem Jahr sind wir auf den Spuren von Rosamunde Pilcher gewandelt und haben Cornwall mit seinen vielen wunderschönen und interessanten Ecken erkundet.

Cornwall – Land der Mythen und Legenden, berühmt für seine traumhaft schönen Gärten, den schroffen Klippen, verträumten Buchten, den malerischen Fischerdörfern und das milde Klima aufgrund des Golfstroms. Dies alles haben wir in gut zwei Wochen kennen lernen dürfen.

Zu Beginn unserer Reiseplanung wollten wir Cornwall noch mit dem Wohnmobil erobern. Diesen Plan haben wir dann nach einigen Überlegungen jedoch fallen gelassen – eine gute Wahl, wie wir später feststellten. Zum einen liegen die Sehenswürdigkeiten in Cornwall recht nahe beieinander, so dass keine allzu großen Entfernungen zurückgelegt werden müssen. Man erreicht alle lohnenswerten Ziele Cornwalls mit dem Auto zwischen 30 Minuten und max. 2 Stunden. Zudem sind die Straßen in Cornwall doch recht schmal, so dass man mit dem Wagen weniger Probleme auf den engen Straßen bzw. Single Track Roads hat.

 

Unser Cottage


Nach einigem Suchen haben wir auf der Homepage von „Classic Cottages“ das wunderschöne und gemütliche Cottage "Perran´s Barn" in der Nähe von St. Just gefunden. Wir hatten das Cottage für zwei Wochen gemietet und sind von dort zu unseren täglichen Touren aufgebrochen.

Für die zweistündige Überfahrt von Dünkirchen (Frankreich) nach Dover haben wir uns für die Fähre von DFDS Seaways entscheiden. Gerade den Frühbuchern winken günstige Preise (Oneway 39,00 EUR/Auto mit 2 Erwachsenen). Außerdem haben wir bereits bei unseren Überfahrten nach Schottland und Norwegen sehr gute Erfahrungen mit DFDS gemacht.

Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ haben wir auf dem Weg nach Cornwall drei Stopps mit Übernachtungen in Südengland eingelegt. Auch hier gibt es einiges zu sehen, wie z. B. das alte Seebad Brighton, die Jurassic Coast oder das Dartmoor


Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Schmökern. Vielleicht ist ja die ein oder Anregung für Eure Reise dabei. Bei Fragen könnt Ihr Euch natürlich gerne via Email an uns wenden.

Birgit & Walter

Tag 1 - Dienstag, 10.09.2013

Cornwall, wir kommen …

Nachdem uns der Wecker um 3:20 Uhr aus dem Bett geworfen hatte, waren wir um 4:15 Uhr endlich startklar. Bei 11 Grad und Regen fuhren wir in Alfter los.

Quelle: Google Maps


Direkt zu Beginn leitete uns unser Navi über Antwerpen, weil in Brüssel (so hatten wir es ursprünglich geplant) bereits alles dicht war. Was machen die Leute so früh morgens schon auf der Autobahn? Es regnete teils ziemlich heftig und nach ein wenig Stau in Antwerpen und einem kurzen Stop inkl. Stärkung erreichten wir Dünkirchen kurz vor 9:00 Uhr. Wir reihten uns in die Schlange der bereits wartenden Autos, Womos, Bussen und LKW’s ein.
Nach einer kurzen Verzögerung legte unsere Fähre um 10:10 Uhr bei Sonnenschein in Dünkirchen ab. Die Fahrt über den Ärmelkanal verlief ruhig, es gab keine besonderen Vorkommnisse und die zwei Stunden vergingen wie im Flug.

Dover

Um 10:45 Uhr (britischer Zeit) erblickten wir endlich die berühmten Kreidefelsen von Dover. Die Felsen sind ein markantes Merkmal Großbritanniens. Der Ausblick auf den Ärmelkanal, der meistbefahrenen Schifffahrtsstraße der Welt, muss wohl unübertroffen sein. Eine mehrstündige Wanderung, z. B. zum South Foreland Leuchtturm, hatten wir jedoch für heute nicht eingeplant. Die Sonne schien und das Thermometer kletterte auf 19 Grad. Es dauerte etwas, bis wir alle wieder vom Schiff waren und dann nahmen wir Kurs in Richtung Eastbourne, unserem Ziel für heute.

 

Quelle: Google Maps


Nach etwa 10 Minuten Fahrt gelangten wir zu dem Aussichtspunkt Samphire Hoe (Naturpark). Wir unterbrachen die Fahrt für einen kurzen Spaziergang Richtung Meer. Von hier aus hatte man eine fantastische Sicht auf die White Cliffs (Kreidefelsen).


Rye

Den nächsten Stopp machten wir gegen 14:00 Uhr in Rye. Hier suchten wir zunächst einmal eine Bank und zogen uns die ersten Britischen Pfund. Schließlich mussten wir die typische englische Nascherei Fudge kaufen, die hier in allen Geschäften angeboten wurde. Fudge ist eine Art Toffee in verschiedenen Geschmacksrichtungen – sehr süß, sehr lecker und sehr gehaltvoll. Dann erkundeten wir das kleine Städtchen. Rye ist eine der schönsten kleinen Städte Englands, idyllisch auf einem Hügel gelegen und ein wenig mittelalterlich. Ein Stopp lohnt sich in jeden Fall.

Eastbourne

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser erstes Etappenziel: Eastbourne, die „Grand Old Lady“ der Seebäder. Wir parkten vor unserem Hotel und wollten nur schnell einchecken, um dann in Richtung Pier zu laufen. Hier gilt es anzumerken, dass es nur öffentliche Parkplätze gab und die nette Empfangsdame versicherte uns, dass wir 15 Minuten dort parken könnten ohne zu zahlen. Dann verkaufte sie uns ein Ticket für 1 £, welches wir ins Auto legen sollten. Als wir dann nach ca. 10 Minuten zum Auto zurückkamen, klebte ein Polizist gerade einen Strafzettel an unsere Scheibe! Er erklärte uns freundlich, dass wir nur 5 Minuten dort hätten stehen dürfen, dann hätten wir ein Ticket am Automaten ziehen müssen. Nicht 15 Minuten, wie uns die Dame von der Rezeption weiß machen wollte. Na toll! Das fing ja gut an. Wir erklärten dem Polizisten alles ausführlich, aber er ließ sich nicht erweichen. Er sagte, dass wir am nächsten Morgen zum Parkoffice gehen sollten, um den Strafzettel zu bezahlen. Dann müssten wir auch nur 35 £ zahlen. Nach einer Zahlungsfrist von zwei Wochen erhöht sich der Preis für den Strafzettel auf 70 £. Tja, in UK herrschen andere Preise! Der Polizist schlug noch vor, Widerspruch einzulegen, machte uns allerdings keine große Hoffnung auf Erfolg.

 


Nach diesem kleinen Zwischenfall gingen wir dann über die Strandpromenade zum Eastbourne Pier. Hier konnten wir die vielen Rentner und Sprachschüler beobachten, bei denen Eastbourne sehr beliebt ist. Etwas später fanden wir ein kleines Restaurant und ließen uns die ersten Fish & Chips schmecken. Nach einem Absacker an der Hotelbar fielen wir relativ früh ins Bett. Wir waren doch ein wenig geschlaucht vom langen Tag.


Unterkunft: The Oban Hotel, Eastbourne

Wetter: in Deutschland, Belgien, Frankreich teils heftiger Regen, max. 11 Grad und in England Sonne bei 18 Grad
gefahrene km: 514 (Seemeilen nicht mit gerechnet)

Tag 2 – Mittwoch, 11.09.2013

Nach dem gestrigen langen Tag ließen wir es heute ruhig angehen. Als erstes wollten wir das typisch englische Frühstück testen: warmer Porridge (Haferbrei), English Breakfast (Rührei, Schinken, Würstchen, Grilltomate, Baked Beans) und Toast mit (bitterer) „Orange Marmelade“; dazu selbstverständlich Tee. Puh, jeden Morgen wäre mir das zu viel des Guten. Aber schließlich muss man ja die englischen Gepflogenheiten kennen lernen. Auf jeden Fall schmeckte das Frühstück sehr gut und wir konnten erneut in den Tag starten.

Nach dem Check-Out fuhren wir zum Parkoffice, um Einspruch gegen unsere „Knolle“ einzulegen. Der nette Mitarbeiter nahm alles auf und wir füllten einen Bericht aus. Es hieß, wir würden via Mail informiert, ob der Einspruch angenommen oder abgelehnt wird. Nun, dann würden wir wohl oder übel die nächsten Tage einmal abwarten müssen.
Wir verliessen Eastbourne gegen 9:30 Uhr und fuhren über Seaford, Newhaven und Peacehaven nach Brighton.

Brighton (eigentlich der Inbegriff eines englisches Seebades) fanden wir – leider - wenig attraktiv. Der berühmte Palace Pier war sehr schön anzusehen (der Pier von Eastbourne konnte da aber durchaus mithalten), wurde aber von einer Spielhalle und einem großen Freizeitbereich dominiert. Man kam sich ein wenig wie auf einer Kirmes vor. An der Uferpromenade gab es einige große, mondäne Hotels. Da es in Brighton auch viele Sprachschulen gibt, wurden der Strand und der Pier von sehr vielen Jugendlichen und Sprachschülern bevölkert.
Übrigens: Der ursprüngliche Pier wurde 1995 bei einem Brand zerstört und es existieren nur noch einige klägliche Eisenfragmente.

 


Als weiteren Tipp empfahl uns unser BAEDEKER-Reiseführer einen Stopp in dem kleinen Städtchen Arundel mit seinen malerischen Gassen. Das Panorama der Stadt wird vom Arundel Castle beherrscht. Es ist eine der besterhaltenden mittelalterlichen Burgen und eines der eindrucksvollsten Schlösser Großbritanniens. Heute ist es der Wohnsitz des Herzogs von Norfolk und seiner Familie und ein Großteil des Schlosses kann besichtigt werden. Wir verzichteten allerdings dankend, da bereits hunderte von Touristen den Weg zum Schloss bevölkerten.

Wir streiften noch ein wenig durch die Gassen und suchten uns einen netten Tearoom, um unseren ersten Cream Tea zu zelebrieren: warme Scones mit Clotted Cream und Strawberry Jam – typisch britisch eben und super lecker.

Gegen 14:30 Uhr fuhren wir weiter über Portmouth, Southhampton und Weymouth. Weymouth ist eine nette Küstenstadt und einer der beliebtesten englischen Ferienorte mit einem langen Sandstrand. Während der Olympischen Spiele 2012 in London fanden hier die Segelwettkämpfe statt. Dies erklärte sicherlich auch, warum die Stadt so überlaufen war.

Ein kleiner Abstecher zur Halbinsel Portland bescherte uns dann noch einen fantastischen Blick auf Weymouth und die Umgebung.

 

Quelle: Google Maps


Kurz nach 18:00 Uhr erreichten wir unser nächstes Etappenziel: „The Crown Inn“. Das war ein Pub/Restaurant am Ende der Welt – sehr urig und heimelig und mit nur einem Fremdenzimmer, nämlich unserem. Sehr praktisch: Unser Zimmer lag fast genau über dem Pub, so dass wir abends keinen langen Rückweg hatten. Bei einigen Pints Bier ließen wir uns das Essen schmecken (Fish Pie und Roast Ham sowie Apple Pie und Kiwi Tart) und waren schließlich froh, dass uns nur wenige Stufen von unserem Bett trennten. Ach ja: Wer behauptet, dass die Engländer nicht kochen können, dem müssen wir vehement widersprechen. Das Essen war super lecker!


Unterkunft: B&B The Crown Inn, Puncknowle

Wetter: teils sonnig, teils bewölkt, gegen Abend leichter Regen, 15-19 Grad
gefahrene km: 280

Tag 3 – Donnerstag, 12.09.2013

Das Frühstück fiel im Gegensatz zum Abendessen einfach aus: Muffins, Müsli, Müsliriegel und Obst auf dem Zimmer, Milch und Smothies standen im Kühlschrank und Tee/Kaffee konnte man sich selbst mit dem Wasserkocher zubereiten. Letzteres ist typisch für England: In jedem (Hotel-) Zimmer steht ein Wasserkocher sowie Nescafé und Tee bereit.


Wir fuhren gegen 9:15 Uhr los und kamen recht schnell nach Lyme Regis. Das ist ein sehr nettes altes Fischerdorf und bekannt für zwei Dinge. Zum einen liegt dieser Ort an der Jurassic Coast - ein Mekka für Fossiliensammler. Zum anderen schrieb Jane Austen hier ihren Roman „Persuasion“. Es gibt einen sehr schönen Garten, der ihr gewidmet ist.
Wir stärkten uns bei den typischen Cornish Pasties (Blätterteigtaschen mit verschiedenen herzhaften Füllungen) und verließen Lyme Regis gegen 11:30 Uhr. Es wurde langsam zu voll …

Wir fuhren weiter zum Dartmoor National Park – eines der größten und einsamsten Naturschutzgebiete Europas mit großen Moor- und Heideflächen, welche von nackten Granithügeln (Thors) überragt werden. Zunächst ging es meilenweit durch eine sehr hügelige Landschaft. Die Straßen - teilweise Single Track Roads (einspurige, schmale Straßen) - wurden größtenteils durch sehr hohe Hecken gesäumt und waren sehr unübersichtlich. Daher sah man leider auch von der umliegenden Landschaft nicht viel. Dann endlich kamen wir zum eigentlichen Dartmoor National Park. Und der sah genauso aus, wie wir ihn uns vorgestellt hatten: recht kahl mit vielen gelbblühenden Ginsterhecken, Heidekraut, Farne, saftig grüne Wiesen, Hochlandrinder, Schafe und freilebende, wilde Dartmoor-Ponys. Da es ein wenig neblig war, wirkte alles sehr mystisch und geheimnisvoll. Toll!

Im hübschen Dorf Chargford machten wir eine Pause mit Cornish Cream Tea. Bei Postbridge besichtigten wir eine alte Clapper Bridge (Brücke aus dünnen Granitplatten), die über den Dart-Fluss führt. Diese Brücke diente früher den mit Zinn bepackten Pferden als Flußübergang.

 

Quelle: Google Maps


Am späten Nachmittag erreichten wir unser Guesthouse „The Cherra“ in Paignton.
Walter checkte seine Mails und ich hielt derweil einen netten Plausch mit dem Inhaber des Guesthouses. Schließlich wollte ich auch mein Englisch weiter ausbauen. Anschließend spazierten wir ins Zentrum von Paignton, um unseren Hunger zu stillen. Das Städtchen gefiel uns leider gar nicht: viele Spielhallen, viele Fastfoodläden und laute Pubs. Wir kauften uns einen Snack auf die Hand und aßen diesen auf einer ruhigen Bank am Meer. Gegen 21:30 Uhr waren wir zurück und freuten uns auf einen erholsamen Schlaf.

Unterkunft: The Cherra, Paignton

Wetter: zunächst bewölkt, später sonnig, im Dartmoor neblig, 16-22 Grad
gefahrene km: 180

Tag 4 – Freitag, 13.09.2013

Wir starteten den Tag wieder mit einem typischen English Breakfast und fuhren gegen 9:15 Uhr in Paignton los. Es regnete leicht und dieses sollte sich heute auch leider nicht mehr ändern.

Quelle: Google Map


In Dartmouth setzten wir mit der Autofähre über. Das Städtchen hat viele verwinkelte Gassen, teils mit Fachwerkhäusern und einen kleinen Innenhafen – sehr idyllisch. Über der Stadt befindet sich das Britannia Royal Naval College (Pflicht für alle Mitglieder der königlichen Familie). Schade, dass das Wetter nicht mitspielte, ansonsten wären wir sicherlich durch die Stadt gebummelt.

Um genau 11:40 Uhr passierten wir kurz hinter Plymouth mitten auf der Tamer Bridge die Grenze zu Cornwall. Endlich! Wir fuhren weiter bis Falmouth, wo wir direkt am Meer in einem kleinen Café/Restaurant zu Mittag aßen.


In Penzance angekommen, fiel uns sofort ein großer TESCO (Supermarktkette in England) ins Auge und wir deckten uns schon mal mit dem Notwendigsten für die nächsten Tage ein. Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir unser Cottage „Perran’s Barn“, welches erwartungsgemäß sehr ruhig und sehr einsam lag. Wir wurden bereits von Jill, unserer Vermieterin, erwartet und sie zeigte uns unser Feriendomizil für die nächsten zwei Wochen. Wir waren rundherum zufrieden und fühlten uns sofort sehr wohl. „Perran’s Barn“ ist ein sehr gemütliches und behagliches Cottage und liebevoll eingerichtet. Früher war es mal eine Scheune. Jill war sehr nett und sie hatte uns selbstgebackene Scones mit Clotted Cream und Jam als Willkommensgruß in den Kühlschrank gestellt. Total nett von ihr und vor allem super lecker (wie wir am nächsten Tag feststellten).


Wir räumten unsere Sachen ins Haus und richteten uns häuslich ein. Da der Regen nicht nachgelassen hatte, verzichteten wir heute auf eine nähere Erkundung der Umgebung. Dafür werden wir ja noch ausreichend Zeit haben.

Wir waren endlich angekommen und ließen den Tag gemütlich bei einem Glas Single Malt Whisky - Aberlour 12 Jahre ausklingen, den wir recht günstig auf der Überfahrt im Duty Free Shop erstanden hatten.

Wetter: bewölkt und fast ganztägig Regen, 16-18 Grad
gefahrene km: 225 km

Tag 5 – Samstag, 14.09.2013

Heute machten wir erst einmal das, wozu wir in den letzten Tagen nicht gekommen waren: ausschlafen. Schließlich hatten wir ja Urlaub. Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir unsere (Foto-) Rucksäcke und überlegten, wo wir starten sollten. Jill gab uns noch einige hilfreiche Tipps mit auf den Weg. Vor allem sollten wir uns bei dem tollen Wetter überwiegend an der Küste aufhalten.

Wir fuhren über Penzance und Newlyn zum malerischen Mousehole (sprich: Mausel). Ursprünglich ein kleines Fischerdorf ist Mousehole jetzt ein verträumtes Nest mit kleinem Hafenbecken, kleinen Gässchen und viel Atmosphäre. Von hier aus hatte man auch einen fantastischen Blick auf den St. Michael’s Mount. Anschließend ging es weiter zur Lamorna Cove. Wir kauften uns im dortigen Café Sandwiches und Coffee-to-go, suchten uns ein windstilles, ruhiges Plätzchen und genossen die traumhafte Landschaft.


Bei der Weiterfahrt hätten wir eigentlich an dem kleinen Steinkreis Merry Maiden vorbei kommen müssen. Aber der war wohl so klein, dass wir ihn übersehen haben. Na, vielleicht beim nächsten Mal.
In Penberth testete ich dann zum ersten Mal die Temperatur des Atlantiks – allerdings nur mit den Füßen. Ein netter Engländer wies mich schmunzelnd darauf hin, dass das Wasser doch warm sei. Im März, da sei es wirklich kalt. Sprach‘s und ging schwimmen. Nun, jedem das seine.

Schließlich erreichten wir Porthcurno. Hier gibt es gleich drei Attraktionen: einen herrlichen Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser, das Porthcurno Telegraph Museum (soll sehr interessant sein) sowie das einzigartige Minack Theatre. Das Theater liegt versteckt zwischen steilen Granitklippen hoch über dem Meer und bietet eine traumhafte Meereskulisse. In den Sommermonaten finden regelmäßig Aufführungen statt. Auch jetzt war ein Teil abgesperrt, wo bereits Aufbauarbeiten für das kommende Theaterstück stattfanden. Wir hatten bereits von Deutschland aus Karten für das Musikstück „Smokey Joe’s Café“ bestellt und konnten uns jetzt die Original-Karten an der Theaterkasse abholen.

Danach besuchten wir Land’s End, den westlichstes Zipfel Englands. Normalerweise herrscht hier Touristennepp in großem Stil mit einem großen Vergnügungspark. Aber da bereits Nachsaison war, hatten wir Glück und vieles war bereits geschlossen und dementsprechend ruhig. Die Aussicht war auf jeden Fall gigantisch. Bei gutem Wetter kann man sogar bis zu den Isles of Scilly sehen.

 


Zum Schluß steuerten wir die Sennen Cove an. Auch hier gibt es einen breiten, sehr schönen Sandstrand, welcher aufgrund der günstigen Windbedingungen ein Surferparadies ist. Wir entschieden kurzfristig, heute doch nicht mehr zu kochen. Stattdessen genossen wir bei tollen Wetter, angenehmen Temperaturen und traumhafter Aussicht ein wirklich gutes Dinner auf der Terrasse des Beach Restaurants. Empfehlenswert!

Wetter: sonnig, 19 Grad
gefahrene km: 62 km

Tag 6 – Sonntag, 15.09.2013

Bereits beim Aufwachen war der Himmel wolkenverhangen und beim Frühstück begann es zu regnen. So blieb es leider den ganzen Tag - mal mehr und mal weniger Regen, dabei teilweise recht stürmisch. Wir hatten keine große Lust, irgendwo hinzufahren oder ein Museum zu besuchen. So machten wir es uns mit Tee und Scones gemütlich, testeten die englischen Fernsehprogramme, lasen und Walter bearbeitete schon mal die ersten Fotos.


Wir kochten selbst: Pasta mit Soße Arrabbiata und dazu ein gepflegtes Cider (Apfelwein/Cidre). Anschließend machten wir es uns mit einem Whisky am brennenden Holzofen gemütlich und planten schon mal den nächsten Tag. Laut Wetterbericht sollte nämlich ab morgen die Sonne wieder scheinen und das für den Rest der Woche.

Wetter: Regen, 14 Grad
gefahrene km: 0

Tag 7 – Montag, 16.09.2013

Nach dem gestrigen Dauerregen schien heute beim Frühstück gottlob wieder die Sonne. Wir beschlossen, in etwa dort weiterzufahren, wo wir am Samstag aufgehört hatten. Konkret bedeutete das, dass wir zunächst zum Cape Cornwall fuhren. Dies ist eine schmale Landspitze mit einer grandiosen Aussicht auf den Atlantik und man kann sich hier so richtig den Wind um die Ohren pfeifen lassen. Ein kurzer Spaziergang führte uns auf der Spitze der Langzunge zu einem Schornstein. Dieser ist ein Denkmal, welches an den Bergbau und den damit verbundenen Erzabbau erinnert.

Anschließend besuchten wir die Levent Mine. Das ist ein stillgelegtes Bergwerk mit angeschlossenem Museum, wo auch Führungen stattfinden. Wegen seiner dramatischen Lage auf den Klippen galt Levent gut 100 Jahre lang als die Königin der Unterseeminen in Cornwall. Da wir gut zwei Stunden auf die nächste Führung hätten warten müssten, verschoben wir das auf ein anderes Mal.

 

Stattdessen fuhren wir zur Geevor Tin Mine, wo bis 1990 noch Zinn gewonnen wurde. Aufgrund sinkender Zinnpreise auf dem Weltmarkt wurden die bis zu 700 m tiefen Schächte dann geschlossen. Das Bergwerk ist mittlerweile für die Besucher als Museum geöffnet. Im Rahmen einer Führung kann man einen engen, waagerechten Schacht begehen und sich somit selbst einen Eindruck von der Arbeit im Stollen verschaffen. Puh, das war ganz schön eng und dunkel. Für uns wäre das nichts. Aber interessant war es auf jeden Fall und unbedingt ein Besuch wert.
Cornwall ist übrigens bekannt für seine Zinnminen und den Zinnabbau und vielerorts stehen noch die alten Kamine bzw. Reste davon.

Es ging weiter in Richtung St. Ives. Nach kurzer Zeit parkten wir unseren Wagen am Straßenrand und machten uns zu Fuß auf die Suche nach einem sehr bekannten vorzeitlichen Steinmonument: Mên-an-Tol.

 

Das ist eine 3000 bis 4000 Jahre alte Megalithformation (einem von zwei Pfeilern flankierten Stein mit kreisrunder Öffnung) und ihm werden magische Kräfte zugesprochen. Wenn man dreimal durch die Öffnung klettert, soll man angeblich von Unheil bewahrt werden. Ich konnte das leider nicht ausprobieren, da die Öffnung für mich ein wenig zu klein war.


Eigentlich wollten wir heute noch nach St. Ives. Aber der Hunger trieb uns in einen nahe gelegenen Tearoom, wo es einen sehr guten Cream Tea gab. Anschließend fuhren wir zurück zum Cottage und relaxten ein wenig. Wir wollten später noch in einen Pub, wo jeden Montag Livemusik geboten wurde.

Gegen 19:30 Uhr brachen wir nach St. Just auf. Zuerst mussten wir jedoch eine Grundlage schaffen. Angesichts der vollen Pubs und Restaurants gar nicht so einfach. Wie kamen die vielen Leute bloß alle her?
Endlich erreichten wir das Pub The Star Inn. Hier war schon richtig was los. Wir bestellten unser „Pint“ an der Theke und suchten uns ein freies Plätzchen. Die Musiker schienen alles Leute aus dem Ort zu sein, die sich zwanglos jeden Montag Abend zum gemeinsamen Musizieren trafen. Es spielten mal mehr, mal weniger Leute, Frauen, Männer, die Einen gingen und es kamen wieder neue Musiker hinzu. Ein wirklich lustiger Haufen und die Folk Music war super!


Irgendwann überkam uns die Müdigkeit und auch das Ale machte sich bemerkbar. Beschwingt traten wir den Heimweg an - gottlob nur gut 5 Autominuten entfernt.

Wetter: sonnig, bis 16 Grad
gefahrene km: 49

Tag 8 – Dienstag, 17.09.2013

Der heutige Tag sah auf Anhieb wieder sehr nach Regen aus. Beim Frühstück beschlossen wir daher, heute das Eden Project in der Nähe von St. Austell zu besuchen. Dieses ist nämlich zu einem großen Teil überdacht.

Wir kamen gegen 12:00 Uhr an und waren über den dortigen Menschenandrang doch sehr überrascht. Wir stellten uns brav in die Schlange (typisch britisch eben), um unsere Tickets zu kaufen. Der Preis von 23,50 £ pro Person war zwar happig, aber es lohnt sich in jedem Fall. Man kann hier locker einen ganzen Tag verbringen, so riesig und vielfältig ist das Gelände.

Wen’s interessiert: Nachfolgend ein paar Informationen zum Eden Project (Quelle: Wikipedia).

Keine Kosten und Mühen wurden gescheut, um das Millenniumsprojekt „Eden“ in einer aufgelassenen Kaolingrube zu errichten. 76 Millionen Pfund standen hierzu zur Verfügung.
Das Eden Project entstand nach einer Idee des englischen Archäologen und Gartenliebhabers Tim Smit. Von der Idee im Jahr 1995 bis zur Eröffnung der Anlage im März 2001 dauerte es sechs Jahre. Charakterisiert wird der Garten durch die zwei riesigen Gewächshäuser, die an „Kunststoffblasen“ erinnern. Hier werden verschiedene Vegetationszonen simuliert. Die Gewächshäuser des Eden Projects sind derzeit die größten der Welt. Mit mehr als 750.000 Besuchern jährlich gilt es als größte touristische Attraktion Cornwalls.

 


Im größeren der beiden Gewächshäuser wird eine tropisch-feuchte und im kleineren eine subtropisch-trockene und mediterrane Klimazone simuliert. Sehr eindrucksvoll ist vor allem das 50 m hohe subtropische Gewächshaus, das einen ganzen Regenwald aufnehmen kann und so fehlen hier weder ein Wasserfall noch ein rauschender Bach. Eine besondere Attraktion ist die relativ neue Aussichtsplattform direkt unter dem Kuppeldach. Hier darf nur derjenige hoch, der schwindelfrei ist und keine Probleme mit dem Herzen bzw. der tropischen Hitze hat. Die Aussicht auf den Regelwald ist fantastisch!

Ziel ist es, eine natürliche Umgebung nachzuahmen, um Pflanzen und auch einige Tierarten der ganzen Welt dort unterbringen zu können. Auch die Kaolingrube selbst wurde landschaftlich gestaltet, mit einheimischer Flora bepflanzt und mit modernen Skulpturen ausgestattet.

Laut eigener Aussage des Eden Projects beherbergen das Freigelände und die Gewächshäuser 100.000 Pflanzen aus ca. 5.000 Arten. Vor allem handelt es sich hier um Nutzpflanzen aller Art. Besonderer Wert wird dabei auf die Darstellung und Nachzucht vom Aussterben bedrohter seltener und alter Sorten gelegt, um die Artenvielfalt von Nutzpflanzen zu erhalten.


Das Projekt verfolgt einen bewahrenden und erzieherischen Ansatz. Den Besuchern wird neben den Namen der Pflanzen auch deren medizinische Verwendung und deren Bedeutung für unsere Umwelt nähergebracht, um die Menschheit durch Aufklärung von der Zerstörung der Umwelt abzuhalten. Regelmäßige Kunstausstellungen und Informationsveranstaltungen, die einen Bezug zum Thema Natur und Umwelt haben, gehören daher auch zum Programm des Parks.

Ach ja, die Briten wissen übrigens, wie man das Ganze medial vermarkten muss. So schwebte Halle Berry in dem Bond-Abenteuer „Stirb an einem anderen Tag“ wie eine Spinne in das Gewächshaus hinab.

Unser Fazit: Der Besuch hatte sich in jedem Fall gelohnt und ist sehr zu empfehlen.

Wetter: ganztags Nieselregen, max. 16 Grad
gefahrene km: 165

Tag 9 – Mittwoch, 18.09.2013

Der Morgen sah, zumindest wettertechnisch, erst einmal nicht vielversprechend aus und es regnete ein wenig. Aber nach dem Frühstück hatte sich auch die letzte Wolke verzogen und es wurde nach und nach sonniger und schöner.

Zuerst einmal fuhren wir in die nahegelegenen Trengwainton Gardens. Da der Garten zum National Trust gehört und wir im Vorfeld eine 2-Wochen-Karte gekauft hatten, sparten wir uns so den Eintritt.


Der Garten besitzt exotische Pflanzen aus vier Kontinenten und einige Pflanzenarten, die in England nur an diesem Ort gedeihen. Besonders schön ist der Garten wohl im Mai/Juni, wenn die große Anzahl an Magnolien, Kamelien und Rhododendren blühen. Jetzt blühten überwiegend Hortensienhecken. Besonders der Kitchen Garden ist sehr schön angelegt mit Gemüse, Kürbissen, Kräutern, Obstbäumen, Schnittblumen und einiges mehr. Uns beeindruckten besonders die riesigen Baumfarne. Der Garten lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Trengwainton Gardens


Anschließend fuhren wir nach St. Ives. Das ehemalige Fischerdorf lockt mit seinem malerischen Fischerhafen, den verwinkelten Gassen und den beiden Sandstränden. Vor allem bei Künstlern ist St. Ives bekannt und es gibt unzählige Galerien und Künstlerateliers. Hier ist besonders die Tate Gallery hervorzuheben, die dritte Dependance der Tate Gallery of London. Wir spazierten durch die vielen netten Gässchen und genossen die Aussicht auf den Hafen mit leckerer Cornish Ice Creme. Die heutige Attraktion waren zwei Seehunde, die sich im Hafenbecken tummelten.


Wetter: zunächst bewölkt, dann sonnig, bis 18 Grad
gefahrene km: 45

Tag 10 – Donnerstag, 19.09.2013

Beim Aufwachen stellten wir als erstes fest, dass die Wettervorhersage von gestern zutraf - der Himmel war wolkenverhangen und es nieselte. Wir frühstückten erst einmal ausgiebig. Anschließend machte Walter noch etwas Augenpflege; ich machte es mir auf der Couch gemütlich und las in meinem spannenden Roman "Inferno" (von Dan Brown).

Gegen Mittag riss die Wolkendecke plötzlich auf und die Sonne kam hervor. Nach einer schnellen Stärkung packten wir unsere Sachen und fuhren zum Godophin House (gehört ebenfalls zum National Trust) - ein Herrschaftssitz aus der Tudor- und Stuart-Zeit. Das Haus war bis Mitte des 18. Jahrhunderts der Sitz der Familie Godolphin, deren Reichtum vom lokalen Zinnbergbau herrührte. Sie waren eine der führenden Familien von Cornwall.


Gedolphin House
besitzt neben dem eigentlichen Haupthaus umfangreiche landwirtschaftliche Gebäude und restaurierte Stallungen. Leider konnten wir das Haupthaus, welches teilweise noch mit den alten Möbeln eingerichtet ist, nicht besichtigen. Wir erfuhren, dass man diese Räumlichkeiten pro Monat nur für ca. eine Woche besichtigen kann. In der übrigen Zeit ist das Haus vermietet – als nettes "kleines" Cottage oder für Festlichkeiten (z. B. Hochzeiten).

Da wir nun Zeit gespart hatten, fuhren wir noch einmal nach St. Ives. Das hatte uns gestern so gut gefallen und da das Wetter wieder hervorragend war, sprach nichts gegen ein leckeres Eis am Hafen. Wir liefen ein wenig durch die verwinkelten Gassen und schauten uns in den Galerien nach einem Souvenir um. Aber auch heute wurden nicht fündig. Also werden wir in den nächsten Tagen ein weiteres Mal kommen "müssen".


Wir nahmen uns als Abendessen zwei Cornish Pasties mit, die wir im Cottage kurz in der Mikrowelle erwärmten. Abschließend lasen wir noch einige Seiten und genehmigten uns ein Glas Cider. Hoffentlich hält der Wetterbericht, was er verspricht: Sonne für die kommenden Tage.

Wetter: bis gegen Mittag Nieselregen, dann Sonne und 18 Grad
gefahrene km: 62

Tag 11 – Freitag, 20.09.2013

Der gestrige Wetterbericht schien Wort zu halten. Obwohl beim Frühstück der Himmel noch ein wenig bewölkt war, brach die Sonne hier und da schon durch. Also fuhren wir nach dem Frühstück nach Marazion. Von hier aus konnte man zu Fuß über einen Damm zum St. Michael’s Mount laufen – bei Ebbe. Bei Flut müsste man auf Boote ausweichen.

Landbrücke zum St. Michael´s Mount


Der St. Michael’s Mount ist das englische Pendant zum Mont St. Michel in der Normandie (Frankreich). Um 1050 schenkte Eduard der Bekenner die Insel den normannischen Benediktinermönchen vom Mont St. Michel, die hier eine Dependance einrichteten. Heinrich VIII ließ das Kloster als Seefestung ausbauen. Ab 1660 war die Familie St. Aubyn Eigentümer, die die Anlage in einen komfortablen Wohnsitz verwandelt und 1954 dem National Trust vermachte. Lord St. Levan, Nachkomme der St. Aubyns, lebt noch heute hier. Man kann die Kirche sowie einige Räume besichtigen sowie einen sehr schönen subtropischen Garten. Zudem befinden sich auf der Insel einige Wohnhäuser, in denen noch gut 30 Inselbewohner leben. Alles in allem ein Muß für jeden Cornwall-Besucher!


Langsam kam die Flut und bevor wir auf die Boote umsteigen mussten, wanderten wir zurück und fuhren weiter. Walter wollte mir unbedingt eine supertolle Bucht zeigen, die er bereits von seiner ersten Reise her kannte – Kynance Cove. Er hatte mir nicht zuviel versprochen. Vom Parkplatz aus lief man in ca. 15 Minuten zur Sandbucht hinunter. Einige Mutige tummelten sich im Wasser. Der Blick entlang der steilen Felsküste war fantastisch. Ein kleines Café (das gab’s damals wohl noch nicht) mit Garten sowie einer grandiosen Aussicht auf die Bucht und das Meer lud zum Verweilen ein. Wir stärkten uns mit sehr leckeren Sandwiches, bevor wir den Rückweg antraten. Dazu mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da der Weg, den wir gekommen waren, bereits durch die einsetzende Flut unpassierbar geworden war. Wir nahmen uns fest vor, nochmals herzukommen und ein Stück des „South West Coast Path“ zu laufen.

Kynance Cove


Bevor wir wieder in Richtung Cottage aufbrachen, fuhren wir noch zum südlichsten Punkt Großbritanniens: Lizard Point. Dieser war allerdings wenig spektakulär, es gab nur ein paar Bauernhöfe, Häuser, ein Restaurant, ein Café und einen Souvenirladen. Nichts Besonderes. Etwas östlich stand der Leuchtturm aus dem Jahre 1752, der wohl eines der stärksten Leuchtfeuer der Welt besitzt.

Berauscht von den vielen neuen, schönen Eindrücken fuhren wir langsam wieder in Richtung Cottage.

Wetter: zunächst noch ein wenig bewölkt, dann Sonne, 18 Grad
gefahrene km: 102

Tag 12 – Samstag, 21.09.2013

Der versprochene Sonnenschein blieb heute leider aus. Wir hielten trotzdem an unserem Plan fest und wollten nach Bodmin.

Dort besichtigten wir Lanhydrock House inmitten einer Parklandschaft (gehört übrigens auch zum National Trust).
Das wirklich sehenswerte Herrenhaus mit seiner 35 Meter langen Long Gallery (die Stuckdecke zeigt Szenen des Alten Testaments) stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde durch einen Brand im Jahre 1881 stark beschädigt und wieder neu aufgebaut. Dementsprechend sind auch die Räume im Tudorstil neu eingerichtet. Der Landsitz vermittelt in 49 Räumen sehr anschaulich das Leben in einem reichen viktorianischen Haushalt.

Sehr gelungen fanden wir die vielen Hinweise und Detailbeschreibungen. Beispielsweise gab es in der Küche große Keramikpfannen, in denen die berühmte Cornish Clotted Cream hergestellt wurde. In einer der Pfannen wurde mit schöner Handschrift die Herstellung beschrieben. Wenn man historische Häuser liebt, wird man von Lanhydrock House begeistert sein. Man fühlt sich ins letzte Jahrhundert zurück versetzt.

 


Getoppt wurde unser Besuch durch eine Hochzeitsgesellschaft. Die Messe fand in der Kirche von Lanhydrock House statt und im Anschluss daran wurden im Park die obligatorischen Fotos gemacht.

Übrigens: 1993 wurden hier „Die drei Musketiere“ verfilmt. Weiterhin dienten Haus und Garten als Drehort für die Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen „Klippen der Liebe“ (1999) und „Im Zweifel für die Liebe“ (2009).

Ursprünglich hatten wir vor, uns noch ein oder zwei weitere Castles anzuschauen. Aber da Lanhydrock House recht viel Zeit in Anspruch genommen hatte, verwarfen wir diesen Plan und stärkten uns erst einmal bei Sandwiches und Eis im Tearoom.

Stattdessen fuhren wir in den malerischen Fischerort Polperro. Der Ort ist autofrei und wir mussten am Ortseingang parken. Es gab zwar auch einen Shuttleservice in den Ort, aber so weit war es nicht und wir unternahmen lieber einen Spaziergang. Die Häuser in Weiß und Pastell sind terrassenartig angelegt, überall schmücken Blumen die Vorgärten und Fassaden. Der Ort hat enge Gassen und einen kleinen pittoresken Hafen mit uralten Hafermauern. Mit ein bisschen Fantasie konnte man sich in die alten Zeiten zurückversetzen, in denen die cleveren Schmuggler von Polperro so manches Fässchen Rum oder Whisky ins Trockene gebracht hatten. Die Schmugglertradition war hier nämlich besonders ausgeprägt und die Geschichte kann man im dortigen Museum of Smuggling & Fishing nachverfolgen.

 


Wir fanden keine „Pinte“, die uns gefiel bzw. die meisten öffneten erst später. So lange wollten wir nicht warten und wir fuhren mit leeren Mägen zurück. Unterwegs machten wir beim TESCO halt, kauften ein und kochten selbst.

Wetter: bewölkt, 20 Grad
gefahrene km: 220

Tag 13 – Sonntag, 22.09.2013

Heute nahmen wir uns vor, endlich einmal unsere English Heritage-Karte zum Einsatz zu bringen. Bisher hatte sich diese Anschaffung nämlich noch nicht gelohnt.


Nach dem Frühstück lasen wir daher nicht mehr unsere obligatorischen Seiten, sondern packten direkt unsere Sachen und fuhren zunächst nach Falmouth. Dort besichtigten wir das Pendennis Castle – Cornwalls größte Festung. Umgeben von zwei Mauerringen erhebt sich der runde Mittelturm wie ein Bollwerk über der Hafeneinfahrt. Von dort hatte man einen fantastischen Blick auf Falmouth, das Meer und die umliegende Landschaft. Man konnte die Unterkünfte der Soldaten besichtigen und natürlich gab es einiges an Informationsmaterial über die Festung und deren Geschichte. Wir schauten uns in Ruhe um und genossen die Sonne, die langsam den Nebel verdrängte.


Eigentlich hatten wir vor, auch St. Mawes zu besichtigen (die kleinere Ausgabe von Pendennis Castle und natürlich für uns auch kostenlos). Aber der Nebel wurde dichter, man sah kaum noch etwas und so entschlossen wir uns weiter zu fahren und statt dessen einen Garten zu besichtigen.

Walter kannte von seinem ersten Cornwall-Besuch den Trebah Garden und hatte diesen als sehr schön in Erinnerung. Für viele Besucher ist Trebah wohl der schönste Garten Cornwalls. Das Markenzeichen der subtropischen Gartenanlage sind urzeitliche Baumfarne, Wasserfälle, Wassergärten und ein Karpfenteich. Baumfarne und Palmen schaffen in dem klimatisch geschützten Tal ein regelrechtes Dschungelambiente.
Der Garten endete an einem Sandstrand, wo man – theoretisch – baden und picknicken kann - aber nicht bei dem heutigen Wetter. Ganz besonders beeindruckend fanden wir die riesige „Gunnera manicata“ (Riesenrhabarber). Diese Pflanze erreicht oft eine Höhe von viereinhalb Metern und mit Blättern um die zweieinhalb Meter Durchmesser. Außerdem war uns nicht bekannt, dass der Riesenrhabarber eine Blüte hat. Das letzte Stück des Weges wurde von einem Meer aus Hortensien gesäumt. Einfach toll! Die Schönheit dieses außergewöhnlichen Gartens ist wirklich bemerkenswert und ein Besuch unbedingt zu empfehlen.

 


Nach einer kurzen Rast am Strand gingen wir gemächlich zurück. Wir fuhren über teils sehr schmale Straßen in Richtung Küste in der Hoffnung, dass sich der Nebel endlich verzog und wir vielleicht noch einen Strandspaziergang machen konnten. Da dem leider nicht so war, beschlossen wir, zurück zum Cottage zu fahren.

Wetter: teils neblig, teils sonnig, 21 Grad
gefahrene km: 136

Tag 14 – Montag, 23.09.2013

Nach dem Frühstück brachen wir nach Newquay auf. Bei der Fahrt an der Küste entlang sahen wir einige nette Strände, die wir den nächsten Tagen noch einmal ansteuern wollten. Aber heute stand der Besuch des Newquayer Zoo’s im Mittelpunkt.

Nach gut einer Stunde Fahrt kamen wir am späten Vormittag in Newquay an. Dank Navi fanden wir auch auf Anhieb den Zoo.
Der Zoo ist recht schön gestaltet und zu sehen gibt es vor allem kleinere Tiere. Besonderes lustig fanden wir die Fütterung der Erdmännchen, denen könnten wir stundenlang zusehen. Sehr schön war, dass man ganz nahe an sie herankommt – wie auch bei einigen anderen Tieren, etwa den Pinguinen. Man bräuchte theoretisch nur die Hand auszustrecken und könnte die Tiere streicheln. Weniger schön war allerdings das Gehege der beiden Löwen – viel zu klein. Die Beiden taten uns schon ein wenig leid. Sicher auch, weil wir diese stolzen Tiere aus freier Wildbahn kennen.


Insgesamt ist die Anlage recht überschaubar und z. B. mit dem Kölner Zoo nicht zu vergleichen. Ganz nützlich fanden wir die vielen Picknick-Bereiche und es gab einen großen Kinderspielplatz. Alles in Allem handelte sich eher um eine Freizeitattraktion für Familien mit kleinen Kindern und aus diesem Grund fanden wir den Preis von gut 25 £ für uns beide zu hoch.

Nach dem Zoobesuch spazierten wir zum Fistral Beach – das Mekka aller Surffreaks. Die Sonne schien und der Wind bot optimale Bedingungen, so dass wir den Surfern eine Weile bei Ihren Bemühungen zusahen. In der Hochsaison möchten wir nicht hier sein. Dann mausert sich Newquay zur übervölkerten Badestadt. In den Pubs und Bars geht es so hoch her, dass man denkt, man habe sich zum Ballermann verirrt.
Da wir noch einen längeren Rückweg hatten, machen wir uns schweren Herzens wieder auf den Weg.

Fistral Beach in Newquay


Wir fuhren wieder an der Küste entlang und genossen hier und da traumhafte Aussichten auf Strände, Steilküsten und kleine Dörfer.

Gut, dass wir tagsüber im Norden waren. Penzance begrüßte uns wieder mit Nebel und dunkle Wolken hingen über der Landschaft. Vielleicht sollten wir uns für morgen wieder ein Ziel im Norden suchen …

Wetter: im Süden neblig, im Norden sonnig und 21 Grad
gefahrene km: 161

Tag 15 – Dienstag, 24.09.2013

Als erstes beschlossen wir, die restlichen Tage gaaaaanz ruhig anzugehen. Die Hektik zu Hause würde uns schnell genug wieder einholen.

Nach dem Frühstück arbeitete Walter ein wenig und ich las meinen Thriller zu Ende. Dann kam auch endlich die Sonne zum Vorschein und wir beschlossen, noch einmal nach Kynance Cove zu fahren.


Wie wir dann so an der Küste entlang fuhren, kamen wir an einem Schild vorbei, das auf den heutigen „Harbour Market“ in Porthleven hinwies. Markt und Einkaufen ist immer gut und wir nahmen den kleinen Umweg gerne in Kauf. Na ja, Markt war jetzt definitiv zu viel gesagt. Es gab einen Stand mit Cornish Ice Cream und einen Stand mit Homemade Cornish Fudge – das war’s dann auch schon. Aber immerhin erstanden wir in einem kleinen süßen Laden zwei Tassen als Souvenir. Wir spazierten noch ein wenig am Hafen und kamen an einem netten Pub vorbei. Da es schon auf Mittag zuging, beschlossen wir kurzerhand, hier eine Kleinigkeit zu essen und uns ein „Half Pint“ (kleines Bier, wir müssen ja noch fahren) zu gönnen.

Wir fuhren weiter nach Kynance Cove und liefen ein kurzes Stück den „South West Coast Path“ bis hinunter zur Bucht. Dort testete ich wieder die Wassertemperatur, aber es reichte mal wieder nur, um sich die Füße naß zu machen. Da genossen wir doch lieber die Sonne und die Aussicht und ließen uns den Cream Tea schmecken.



Wieder am Cottage angekommen, traf ich auf Jill und fragte sie nach dem Rezept für ihre köstlichen „homemade Scones“, die sie uns am ersten Tag in den Kühlschrank gestellt hatte. Wir plauschten noch ein wenig und sie erzählte mir, dass sie und Dave im letzten Jahr in Südafrika gewesen waren! Das ergab natürlich weiteren Gesprächsstoff.

Wetter: sonnig, später bewölkt, 20 Grad
gefahrene km: 97

 

Tag 16 – Mittwoch, 25.09.2013

Das war ja mal wieder eine Suppe (= Nebel) draußen. Man sah die Hand fast nicht vor Augen. Aber wir hatten ja gelernt, dass es im Norden oder an der Küste meist besser war.

Nach dem Frühstück ging es - mal wieder - nach St. Ives. Jill hatte uns verraten, in welcher Galerie sie ihre tollen Bilder kaufte und da wollten wir uns natürlich auch noch ein Mitbringsel sichern.


Zunächst machten wir noch einen kleinen Umweg und besuchten Chysauster Ancient Village (English Heritage). Das sind 2000 Jahre alte Ruinen der eisenzeitlichen Siedlung Gulval. Die Ruinen liegen am Hang und man hat – wenn kein Nebel herrscht – sicherlich einen weiten Blick über das Tal bis zum Meer. Mit Nebel hingegen hatte das Ganze etwas sehr Mystisches. Die Ruinen der 8 Häuser liegen zwischen Ginster und Heidekraut verborgen und sind erstaunlich gut erhalten. Über zwei Jahrtausende hinweg hat sich hier kaum etwas verändert. Das bedeutet, so wie die früheren Bewohner den Ort verlassen haben, so ist er (fast) bis heute geblieben.

Wir fuhren weiter nach St. Ives und wurden in der Galerie The Whistlefish tatsächlich fündig. Da wir uns nicht zwischen zwei Bildern entscheiden konnten, nahmen wir kurzerhand Beide (die Preise waren gottlob sehr human s.u.). Endlich hatten wir unser Urlaubsandenken gefunden. Abschließend aßen wir noch eine Kleinigkeit in einem Pub.

Clear Morning von John Wilson
Clear Morning von John Wilson
Two Boats von Claire Henley
Two Boats von Claire Henley


Im Cottage angekommen relaxten wir ein wenig, bis wir gegen 16:00 Uhr nach Penzance aufbrachen. Dort wollten wir eigentlich ein wenig bummeln und essen gehen, bevor es zum Minack Theatre weiter ging. Wir hatten ja für heute Karten zur Vorstellung „Smokey Joe’s Café“. Tja, das mit dem Bummeln war so eine Sache: Wir hatten nicht bedacht, dass die Geschäfte auch in Penzance um 17:00 Uhr schlossen. Wir waren davon ausgegangen, dass das in einer Stadt etwas anders ist als auf dem Land. Dem war aber leider nicht so. Wir stärkten uns dann bei Fish & Chips (die Läden hatten auch länger auf), weil die Restaurants erst gegen 18:00 Uhr öffneten.


So kamen wir schon recht früh am Minack Theatre an. Wir suchten uns unsere Plätze und beobachteten interessiert die ankommenden Zuschauer. Was die so alles mitschleppten: Decken, (Daunen-) Kissen, Kühltaschen und vieles mehr. Auch wir hatten uns warm eingepackt mit dicken Pullis und Regenkleidung, Kissen hatten wir uns aus Badetüchern und Tragetaschen gebastelt. Die Atmosphäre war unbeschreiblich: Es wurde langsam dunkel, die Scheinwerfer strahlten ein sanftes Licht aus, im Hintergrund hörte man das Meer rauschen. Das musste man wirklich einmal live miterleben. Zum Stück selbst: Es wurde eine Art Musical aufgeführt von ca. 40 jungen Künstlern, welche größtenteils Erfahrung in West End Shows hatten. Die Lieder stammen aus den 60er Jahren und waren eine Mischung aus Rhythm & Blues, Pop, Jass, Cabaret und natürlich Rock’n Roll. Sehr gute Leistung, aber nicht unbedingt unsere favorisierte Musik. Deshalb verschwanden wir – wie so manch andere Zuschauer auch – in der Pause klammheimlich. Es hatte eh angefangen, stärker zu regnen.

Wir bahnten uns den Weg durch Nebel, Regen und enge Straßen und kamen relativ spät am Cottage an.

Wetter: neblig bis sonnig – alles dabei, 16 Grad
gefahrene km: 89

Tag 17 – Donnerstag, 26.09.2013

Leider war heute schon unser letzter Tag in Cornwall. Die zwei Wochen waren – mal wieder – viel zu schnell vergangen und wir hatten noch lange nicht alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte gesehen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir erst einmal zum TESCO-Supermarkt, um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, wie z. B. Orangenmarmelade für zu Hause. In der Hoffnung, dass im Norden die Sonne schien, fuhren wir noch einmal zum Godrevy Beach. Das ist ein herrlich langer Sandstrand, den auch die Surfer zu schätzen wissen. Wir spazierten eine Weile am Strand und ich ließ meine Füße ein letztes Mal das kalte Nass spüren. Mit der Zeit gewöhnte man sich an die hiesigen Wassertemperaturen. Wir stillten unseren kleinen Hunger bei Sandwiches an der Beach Bar und fuhren gemächlich zum Cottage zurück, wo Packen angesagt war.

Ich traf Jill und Dave und unterhielt mich noch ein wenig mit Ihnen. Sie sind beide wirklich sehr nett. Für den letzten Abend empfahl uns Dave das Pub Queens Arms in Botallack. Hier sollte es sehr leckeres „local food“ geben und dazu ein gepflegtes Ale. Wir wurden nicht enttäuscht.

Wetter: neblig bis bewölkt, 18 Grad
gefahrene km: 74

 

Tag 18 – Freitag, 27.09.2013

Heute hieß es, Abschied nehmen von Cornwall und „unserem“ Cottage.
Nach einem letzten Frühstück packten wir unsere restlichen Sachen ins Auto und verabschiedeten uns von Dave. Jill war leider unterwegs. Wir starteten gegen 8:15 Uhr, da wir den Wochenendverkehr nicht einschätzen konnten - insbesondere um London. Dave riet uns ja bereits am Vorabend, spätestens um 8:30 Uhr loszufahren.

Verkehrstechnisch gab es keinerlei Probleme, so dass wir zügig vorankamen. Gegen 12:00 Uhr erreichten wir Stonehenge in der Nähe von Salisbury. Diese geheimnisvolle und weltbekannte Kultstätte (Weltkulturerbe der UNESCO seit 1986 und wird von English Heritage verwaltet) wollten wir uns auf jeden Fall ansehen.


Stonehenge
ist ein megalithisches Monument aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit, gebildet aus großen Steinkreisen im Zentrum und von Erdwallen umgeben. Es ist bis heute nicht geklärt, wer die Steinkreise errichtet hat und für welche Zwecke sie genutzt wurden. Um die Kultstätte ranken sich viele Sagen und Legenden. Lange wurde das gigantische Bauwerk den Druiden zugeschrieben. Oft wird Stonehenge auch mit der Artussage in Verbindung gebracht.

Wir umkreisten über einen Rundweg, wie Hunderte andere Besucher auch, den sagenumwogenen Steinkreis und sicherten uns die obligatorischen Fotos. Leider ist seit einigen Jahren ein direkter Kontakt zu den Steinen nicht mehr möglich.

Dover


Dann ging es zurück auf die Autobahn und wir erreichten Dover gegen 16:00 Uhr. Wir hatten noch Zeit bis zur Abfahrt und statteten den Kreidefelsen einen letzten Besuch ab. Wir parkten am Besucherzentrum und spazierten in Richtung Leuchtturm. Bei toller Sicht auf das Meer und den Hafen von Dover verspeisten wir unsere mitgebrachten Sandwiches. Dann wurde es Zeit, zum Hafen aufzubrechen. Unsere Fähre stand schon bereit und wir checkten bei DFDS ein. Pünktlich um 18:00 Uhr legten wir ab.

Die Überfahrt dauerte ca. 2 Stunden und wir kamen gegen 21:00 Uhr (deutscher Zeit) in Dünkirchen an. Auf dem Weg zur Autobahn stellten wir und die übrigen Auto- und LKW-Fahrer fest, dass die Autobahnauffahrt gesperrt war. Dies bedeutete leider, dass alle, die von der Fähre kamen, nun im „Schneckentempo“ bis zur nächsten Autobahnauffahrt fuhren. Das kostete uns eine gute Stunde. Dann allerdings hatten wir freie Fahrt bis wir gegen 2:00 Uhr und nach 1040 km müde, aber glücklich zu Hause ankamen.

Unser Fazit

Cornwall – Land der Mythen und Legenden, traumhaft schönen Gärten, schroffe Klippen, verträumte Buchten, malerische Fischerdörfer. Das alles und noch viel mehr lernten wir in den gut zwei Wochen kennen.

Besonders überraschte uns das wirklich milde Klima (selbst bei Regen waren es oft um die 20 Grad) und die vielen Palmen, die es dort gab. Die Engländer sind Weltmeister, was die Gestaltung der Gärten betrifft. Sicherlich findet man Frühling und Sommer eine wahre Blütenpracht vor. Da ist der September wohl leider schon ein wenig zu spät.

Die Briten sind ausnahmslos sehr freundlich und sehr hilfsbereit. Hier auch ein großes Lob an Jill und Dave, unsere Vermieter. Sie standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite.

Auch wir möchten gerne noch ein paar Tipps und Eindrücke mit auf den Weg geben:

  • Ursprünglich hatten wir vor, Cornwall mit dem Wohnmobil zu bereisen. Wenn man sich überwiegend - wie wir - nur im westlichsten Teil Cornwalls aufhalten möchte, lohnt es sich aufgrund der hohen Kosten nicht wirklich (es sei denn, man ist besitzt ein eigenes Wohnmobil). Für uns war ein zentral gelegenes Cottage optimal.
  • Die Straßen sind oftmals sehr schmal und durch die hohen Hecken unübersichtlich. Besonders viel Aufmerksamkeit benötigen die doppelten Kreisverkehre. Hier hilft vorausschauendes Fahren und ein freundlicher und hilfsbereiter Umgang mit den übrigen Verkehrsteilnehmern.
  • Wir waren mit unserem eigenen Wagen in England. Hierbei sollte man beachten, dass man irgendwie immer auf der „falschen“ Seite sitzt. Gerade bei schmalen, zweispurigen Straßen hat man oft das Gefühl, man würde links die Hecke mitnehmen. Man hat eine etwas andere Sicht als mit einem englischen Fahrzeug, wo das Steuer rechts liegt.
  • Die Spritkosten sind höher als in Deutschland. Wir wunderten uns vor allem, dass Diesel teurer war als Super. Der Diesel lag zwischen 1,38 und 1,48 £ pro Liter.
  • Man sollte immer genügend Kleingeld (coins) dabei haben, um die Parkautomaten zu bedienen (am besten Pfund-Stücke). Die Parkgebühren sind zwar recht hoch, aber wir raten dringend davon ab, seinen Wagen ohne Parkticket abzustellen. Es wird immer und überall (und sei es noch so abgelegen) kontrolliert und die Strafgebühren sind gewaltig (siehe Tag 1). Ausnahme: Man hat einen National Trust Touring Pass oder einen English Heritage Visitors Pass. An den entsprechenden Sehenswürdigkeiten kann man dann kostenlos parken. Aber auch nur dort.
  • Man sollte sich im Vorfeld in etwa überlegen, welche Sehenswürdigkeiten man sich anschauen möchte. Die Eintrittsgelder sind relativ hoch, so dass sich ggf. ein National Trust Touring Pass und/oder einen English Heritage Visitors Pass lohnt. Beide Karten kann man auch von Deutschland aus online bestellen, z. B. bei HTS Touristik
  • Für Selbstversorger stehen jede Menge Supermärkte zur Verfügung: Sainsbury’s, Morrison, Lidl, Spar und natürlich TESCO, unser persönlicher Favorit. Außerdem gibt es einige kleinere Läden, beispielsweise The Co-operative Food, die ebenfalls ein gutes Angebot haben. Wir finden es immer spannend, durch die Märkte zu streifen und die typischen Lebensmittel auszuprobieren, z. B. Rodda’s Clotted Cream. Die Preise waren ähnlich wie in den deutschen Supermärkten, manchmal ein wenig höher.
  • Dank einiger Sterneköche wie Jamie Oliver und Rick Stein gibt es mittlerweile einige sehr gute Restaurants in Cornwall bzw. Südengland. Auch die Preise liegen im höheren Segment (Hauptgericht ab ca. 25 £). Wir bevorzugen da eher das deftigere Essen und Hausmannskost, welches in den Pubs angeboten wird. Das Essen war immer sehr lecker und die Preise humaner: Hauptgerichte bekommt man schon ab ca. 9 £. Fish & Chips erhält man natürlich an jeder Straßenecke (ab ca. 4 £).
  • Zu guter Letzt ist uns noch aufgefallen, dass es im Vergleich zu vielen deutschen Städten in England wesentlich sauberer ist. Man sieht keine Graffiti und keinen Vandalismus und kaum Schmutz auf den Straßen. Es drohen aber auch saftige Strafen, auf die mit vielen Schildern hingewiesen wird. Beispiele: unsachgemäße Müllentsorgung zwischen 50 und 2500 £ und Nichtfernen von Hundekot zwischen 50 und 1000 £


Cornwall ist auf jeden Fall eine Reise wert und wir werden sicherlich wiederkommen.



Birgit & Walter