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Tag 13 – Montag, den 12.09.2022


Als nächstes Ziel stehen die Thermalquellen von Benjë auf unserem Plan.

Eigentlich hatten wir uns vorgestellt, über Çorovoda durch die Ossum Schlucht (soll sehr spektakulär sein) nach Përmet zu fahren. Aber nach einem genauen Blick in unsere Reiselektüre (Tourenbuch von HOBO-TEAM, siehe Literaturempfehlungen) lesen wir, dass die letzten 25 km nur aus einer Piste bestehen und für PKW/Wohnmobile leider nicht fahrbar ist. D. h. wir hätten die lange Strecke auch wieder zurückfahren müssen. Wir heben uns diese Tour für unseren nächsten Albanien-Urlaub auf und so geht es für uns die SH72 zurück über Lushnja und Qark Fier, weiter über die SH4 bis nach Tepelena und dann die SH75 bis nach Përmet. Die Landschaft wechselt immer wieder und wir genießen die Fahrt.


In der Region Ballsh sehen wir plötzlich einige alte Ölfördertürme und -pumpen und es riecht auch stark nach Öl. Wir haben dann „Tante Google“ befragt und herausgefunden, dass in Albanien tatsächlich einmal Öl gefördert wurde. Anfang der 90er Jahre investierten ausländische Ölkonzerne in Albanien einige Millionen Dollar in seismische Auswertungen. Aber dann brach der Kosovo-Krieg aus. Über wie viel Öl Albanien tatsächlich verfügt, kann lediglich spekuliert werden.

Kurz vor dem Dorf Petran biegt eine kleine Straße zu den Thermalquellen ab. Von hier sind es noch gut 20 km.

Auf dieser Strecke fallen uns auch zum ersten Mal Kuscheltiere auf, die an Häusern oder Toren hängen. Wieder einmal fix bei „Tante Google“ recherchiert und wir erfahren, dass man in Albanien Kuscheltiere zum Schutz des Hauses an Fassaden oder Tore aufhängt. Es soll den „Bösen Blick“ fernhalten, ähnlich dem „Nazar-Amulett“ („Blaues Auge“) in der Türkei oder in Griechenland.


Wir erreichen eine sehr große, staubige Parkfläche (kostenlos, nur Mülleimer), wo man sich seinen Übernachtungsplatz aussuchen kann. Es gibt noch eine kleine Bar, die Getränke anbietet. Dann ziehen wir erst einmal los und erkunden die Bäder.


Die alte osmanische Brücke Kadiu (albanisch: Ura e Kadiut) überquert den Fluss Lengaricë. Von hier hat man einen schönen Blick in den Lengarica-Canyon, in den man über einen sehr steinigen Wanderweg gelangt. Dann gibt es ein größeres Thermalbecken mit ca. 26 Grad warmen Wasser, welches der Haut guttun soll und weiterhin ein paar kleinere Becken, deren Wasser etwas kälter ist und bei Magenproblemen helfen soll.

Wir gehen zurück zu Scotty und werfen uns in die Badesachen. Beim Einstieg muss man echt vorsichtig sein, da die Steine sehr glitschig sind. Es ist schon toll, so im warmen Wasser die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Bilden wir es uns ein oder ist unsere Haut nach dem Bad zarter geworden?

Lengarica-Canyon
Lengarica-Canyon


Zurück am Camper gibt’s Abendessen und anschließend machen wir es uns drinnen gemütlich. Draußen kann man leider nicht sitzen, weil es unheimlich viele kleine, lästige Mücken gibt.

Übernachtung: Benjë Thermalquellen
Kostenloser Parkplatz an den heißen Quellen ohne V/E, nur Mülleimer, Dusche/WC sind geschlossen, Quellen recht gut besucht, kleine Bar vorhanden
Gefahrene km: 182

Tag 14 – Dienstag, den 13.09.2022


Über die SH75 fahren wir zurück und wieder einmal durch eine abwechslungsreise und schöne Landschaft nach Gjirokastër.

Immer wieder sieht man Mini-Kirchlein am Straßenrand. Ursprünglich dienten sie den Menschen dazu, während des Tages ihr Gebet verrichten zu können. Vor allem Bauern stellten sie deshalb am Rande ihrer Felder auf. Heutzutage werden diese Kirchlein meist von Angehörigen als "Denkmal" aufgestellt, wenn jemand an der Straße zu Tode gekommen ist. Oder von dem Unfallopfer selbst aus Dankbarkeit, überlebt zu haben.


Genau wie Berat so gehört auch Gjirokastër zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt liegt an einem Berghang und hoch oben thront die Festung. In ganz Südosteuropa ist kaum eine osmanisch geprägte Stadt so gut erhalten. Gjirokastër ist noch immer eines der wichtigsten kulturellen Zentren Albaniens.

Etwas außerhalb der Stadt finden wir einen sehr schönen Campingplatz. Praktisch: Die Betreiber bieten einen Shuttle-Service zur Stadt an. Das Angebot nehmen wir dankend an und wir machen uns nach einer Pause auf den Weg.


Vom Parkplatz aus laufen wir durch die Altstadt mit dem wunderschönen Basarviertel. Hier befinden sich viele Restaurants, Cafés und Kunsthandwerksläden. Ein Hauch von Orient umgibt uns …

Hier ist reserviert!
Hier ist reserviert!


Von der Festung Kalaja e Argjirosë hoch über der Stadt hat man einen fantastischen Blick über die Altstadt, das Drin-Tal und die umliegende Bergwelt. In der Burg befinden sich mehrere Museen: ein Militärmuseum, ein Waffenmuseum und ein Stadtmuseum. Beim Rundgang fällt ein Relikt ganz besonders ins Auge: Ein US-amerikanisches Flugzeug musste 1957 in Tirana notlanden. Der Pilot flog nach Hause und das Flugzeug (gehörte zu einem Spionageplan des Klassenfeindes) kam in die Festung. Am anderen Ende der Festung steht der Uhrturm (Kulla e Sahatit), der unter Ali Paschë Tepelena gebaut wurde.


Wir schlendern zurück und weiter durch die Straßen der „Stadt aus Stein“. Der Name kommt daher, weil fast alle Häuser aus grauem Kalkstein erbaut sind. Damals waren die Ziegel für die Einheimischen zu teuer, Steine dageben sind auch heute noch genug vorhanden. In der Altstadt findet man viele alte, traditionelle albanische Häuser, die im sogenannten Balkanstil erbaut sind. Die Dächer sind mit flachen Steinen gedeckt, die Fenster schmal und hoch. Auch die Straßen und Gassen bestehen aus kunstvoll gelegtem Kopfsteinpflaster.

Wir besichtigen eines der alten und bekannten Wehrhäuser, das Skënduli-Haus (erbaut um 1700). Das Haus wurde 1944 dem Besitzer weggenommen, zum Staatseigentum erklärt und 1981 in ein Museum umgewandelt. Erst 1993 erhielt die Familie das Gebäude zurück. Sie zog jedoch nicht wieder ein, sondern es blieb ein Museum. Der Erhalt des Hauses erfolgt ausschließlich über die Eintrittsgelder und die private Führung ist sehr interessant.


Nach einem Kaffee lassen wir uns wieder von unserem Shuttle-Service abholen und zum Campingplatz zurückfahren. Im dortigen Restaurant essen wir später sehr lecker zu Abend.

Übernachtung: Camping Family
Toller Camping-/Stellplatz mit Strom/Wasseranschluss direkt am Platz, V/E, etwas außerhalb von Gijrokastër und mit Blick auf die Stadt und die Berge, Shuttle für 10 € (Hin-/Rückfahrt), Platz ist top gepflegt, die Duschen/WCs sauber und neu, kleines Restaurant mit leckerem Essen
Preis: 20 €/Nacht für 2 Personen und Camper
Gefahrene km: 74